Brandenburg

Droht jetzt der Öl-Engpass? Woidke kämpft nach Stopp von kasachischem Öl um die Versorgung

Droht Deutschland schon nächste Woche der nächste Öl-Schock? Russland will die Lieferungen von kasachischem Öl stoppen – mit Folgen für die PCK-Raffinerie in Brandenburg. Jetzt steht Woidke unter Druck: Was tut der Regierungschef?

23.04.2026, 10:27 Uhr

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke will gemeinsam mit der Bundesregierung Maßnahmen ergreifen, um die Kraftstoffversorgung trotz des angekündigten Lieferstopps von kasachischem Öl für die PCK-Raffinerie in Schwedt zu sichern. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur und weiteren Medien sprach er von einem deutlichen Rückschlag.

Woidke betonte, dass die Landesregierung, die Unternehmensführung von PCK und der Bund zusammenarbeiten würden, damit die Raffinerie weiter produzieren kann und die Versorgung in der Region stabil bleibt. Man habe bei PCK bereits mehrfach vor großen Herausforderungen gestanden und werde auch dieses Problem lösen, sagte er mit Verweis auf laufende Abstimmungen mit Berlin.

Russland stoppt Transit durch die Druschba-Pipeline

Nach Angaben aus Moskau wird ab dem 1. Mai kein Öl aus Kasachstan mehr über die Druschba-Pipeline nach Deutschland und damit zur Raffinerie in Schwedt transportiert. Der für Energie zuständige russische Vize-Regierungschef Alexander Nowak erklärte laut der Agentur Interfax, dass die Mengen über andere Routen geleitet werden sollen. Als Grund nannte er die derzeitigen technischen Möglichkeiten.

Zuvor hatte Kasachstans Energieminister Jerlan Akkenschenow mitgeteilt, dass für den Transit über die Druschba-Leitung in Richtung Schwedt vorerst keine Mengen vorgesehen seien. Er vermutete einen Zusammenhang mit den jüngsten ukrainischen Angriffen auf Anlagen der russischen Ölindustrie. Sollte das kasachische Öl länger fehlen und kein Ersatz gefunden werden, könnte die Auslastung der Raffinerie deutlich zurückgehen.

Bund sieht Produktion in Schwedt nicht gefährdet

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) geht dennoch davon aus, dass die Produktion in Schwedt fortgesetzt werden kann. Als Alternativen nannte sie unter anderem Lieferungen über die Häfen in Danzig und Rostock.

Im Zuge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hatte die Bundesregierung entschieden, seit 2023 auf russisches Pipeline-Öl zu verzichten. Die Raffinerie stellte daraufhin ihre Versorgung auf andere Bezugsquellen um. Rohöl gelangt seither unter anderem über eine Leitung von Rostock nach Schwedt.

Die PCK-Raffinerie beschäftigt rund 1.200 Menschen. Mehrheitsanteile von 54 Prozent liegen bei deutschen Tochtergesellschaften des russischen Staatskonzerns Rosneft, die der Bund wegen des Kriegs unter Treuhandverwaltung gestellt hat.

Nach Angaben eines Sprechers prüft Rosneft Deutschland derzeit, ob bei Bedarf Ersatzlieferungen organisiert werden können, damit PCK weiter mit voller Kapazität arbeiten kann.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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