Am Berliner Hauptstadtflughafen BER hat ein Zwischenfall mit einem Abschiebehäftling einen Flug nach Wien aufgehalten. Nach Angaben eines dpa-Reporters begann der Mann in den hinteren Sitzreihen der Maschine zu randalieren. Die ihn begleitenden Polizeibeamten führten ihn daraufhin aus dem Flugzeug.
Bei dem Gerangel wurde an der vorderen Tür des Airbus A320 die Notrutsche ausgelöst. Eine Sprecherin von Austrian Airlines bestätigte den Vorfall an Bord. Demnach machte sich der Passagier, der abgeschoben werden sollte, lautstark bemerkbar. Daraufhin sei entschieden worden, dass er die Maschine verlassen müsse. Dabei sei die Notrutsche aktiviert worden.
Rund ein Drittel der Passagiere musste aussteigen
Der Flug von Berlin nach Wien sollte ursprünglich um 7.00 Uhr starten. Am späten Morgen durften die ersten Fluggäste wieder einsteigen. Nach Angaben der Airline wurde die Ankunft in Wien mit rund zweieinhalb Stunden Verspätung erwartet.
Allerdings mussten nicht alle Passagiere erneut aussteigen, sondern rund ein Drittel der Fluggäste. Hintergrund ist laut der Sprecherin eine Sicherheitsvorgabe: Weil die Vordertür ohne Notrutsche nicht für eine Evakuierung genutzt werden kann, musste die Zahl der Passagiere um 51 Personen auf 110 reduziert werden. Die Notrutsche soll nach der Landung in Wien ausgetauscht werden.
So viele Abschiebungen werden abgebrochen
Im vergangenen Jahr wurden 1.593 Abschiebungen mit Beteiligung der Bundespolizei abgebrochen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage mehrerer Linken-Abgeordneter hervor.
Die Gründe dafür sind vielfältig. Genannt werden unter anderem medizinische Notfälle, aktiver und passiver Widerstand, fehlendes Personal oder fehlende Dokumente. Auch Selbstverletzungen oder entsprechende Versuche, eine verweigerte Übernahme durch die Bundespolizei sowie Gründe im Zusammenhang mit dem Flug spielten demnach eine Rolle.
Insgesamt wurden im Vorjahr 22.787 Menschen abgeschoben, davon 19.987 auf dem Luftweg.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion