Deutsches Historisches Museum muss länger auf das Zeughaus verzichten
Das Deutsche Historische Museum in Berlin wird sein Haupthaus an der Straße Unter den Linden noch für mehrere Jahre nicht nutzen können. Nach Angaben von Museumspräsident Raphael Gross soll das Museum voraussichtlich erst 2027 von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben als Eigentümerin und vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung als Sanierungsverantwortlichem einen verbindlichen Terminplan für die Bauarbeiten erhalten.
Gross erklärte, eine Wiedereröffnung des Zeughauses mit einer neuen Dauerausstellung sei vor 2031 kaum denkbar. Dabei handele es sich allerdings bislang nur um eine unverbindliche Einschätzung. Seit seinem Auftritt im Kulturausschuss des Bundestags im März habe sich an der Lage nichts geändert.
Nach Darstellung des Museums ist den zuständigen Stellen die Dringlichkeit bewusst. Sie arbeiteten eng mit dem Haus zusammen und versuchten, zusätzliche Verzögerungen zu verhindern. Parallel suchen das Museum und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien nach einem Ort für eine Übergangsausstellung. Als möglicher Standort gilt das Humboldt Forum.
Neue Schau im Pei-Bau
Das DHM befindet sich unweit der Museumsinsel und der Staatsoper Unter den Linden. Das historische Zeughaus ist wegen der Sanierung seit 2021 geschlossen. Der moderne Pei-Bau bleibt jedoch nutzbar.
Dort startet jetzt die Ausstellung „Objekte. Geschichte. Geschichten“, in der Höhepunkte aus der Sammlung präsentiert werden. Aus dem Gesamtbestand von etwa einer Million Stücken sind rund 200 Exponate ausgewählt worden.
Zu sehen sind unter anderem eine japanische Samurai-Rüstung, die einst Adolf Hitler geschenkt wurde, ein kunstvoll graviertes Straußenei, Arbeitsgeräte aus der Zeche Prosper-Haniel in Bottrop sowie ein Bettgestell aus einer 2015 eingerichteten Flüchtlingsunterkunft in Kassel. Zudem beleuchtet die Ausstellung die Geschichte des Museums selbst und die seiner Vorgängereinrichtungen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion