Katholische Kirche in Nürnberg wegen PCB-Belastung vorerst geschlossen
Eine katholische Kirche in Nürnberg bleibt bis auf Weiteres geschlossen. Wie die katholische Stadtkirche mitteilte, wurden in der Raumluft der Kirche „Verklärung Christi“ erhöhte Werte von PCB festgestellt. Das Gebäude darf deshalb vorerst nicht betreten werden, solange die Schadstoffbelastung nicht ausreichend reduziert ist.
Was sind PCB?
Die Abkürzung PCB steht für polychlorierte Biphenyle. Nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) umfasst diese Stoffgruppe mehr als 200 chemische Verbindungen. Über viele Jahre hinweg wurden sie unter anderem als Weichmacher in Lacken, Kunststoffen und verschiedenen Baumaterialien verwendet.
Stoffe seit Jahrzehnten verboten
Wie das LGL erklärt, bauen sich PCB nur sehr langsam ab. Dadurch können sie sich in Organismen anreichern und entlang der Nahrungskette zunehmen. Zwar gelten sie als nur begrenzt giftig, sie lagern sich jedoch im Körperfett ab und können das Immunsystem beeinträchtigen. In Deutschland sind Herstellung und Einsatz dieser Stoffe seit 1989 verboten.
Untersuchung im Zuge geplanter Kita-Ausweichlösung
Die Kirche „Verklärung Christi“ wurde 1970 errichtet und 1972 geweiht. Auslöser für die Messungen war die geplante vorübergehende Unterbringung einer Kindertagesstätte im Keller des benachbarten Gemeindezentrums. In diesem Zusammenhang wurden sowohl das Gemeindezentrum als auch die Kirche auf mögliche Schadstoffe untersucht.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber