Bayern

Wiesn-Schock: 19-Jähriger erster Alkohol-Notfall

Wiesnbier völlig unterschätzt: Kurz nach dem Anstich kollabiert ein 19-Jähriger – so rettet die Wiesn-Mini-Klinik.

19.09.2026, 17:14 Uhr

Knapp vier Stunden nach dem offiziellen Start des Oktoberfests ist der erste Fall einer Alkoholvergiftung gemeldet worden. Ein 19 Jahre alter Besucher musste nach Angaben der Einsatzkräfte gegen 15.45 Uhr von Sanitätern mit einer Trage zur Sanitätsstation gebracht werden.

Nach Angaben des Teams der Aicher Ambulanz hatte der junge Mann die Wirkung des Wiesnbiers offenbar unterschätzt. Er sei nicht mehr in der Lage gewesen, selbst zu stehen. Freunde des 19-Jährigen hätten daraufhin Hilfe geholt. Vor Ort übernahmen die Einsatzkräfte die Kontrolle der Vitalwerte und versorgten ihn mit einer Infusion.

Zusätzlich prüften die Helfer vorsorglich, ob hinter dem Zustand womöglich eine plötzlich aufgetretene Erkrankung stecken könnte. Der Mann wurde untersucht und sollte bei Bedarf auch im eigens für die Wiesn bereitstehenden Computertomographen untersucht werden.

Während der 16 Festtage sorgen rund 430 Einsatzkräfte im Schichtbetrieb rund um die Uhr für die medizinische Versorgung der Besucher, darunter 36 Ärztinnen und Ärzte. An besonders stark frequentierten Tagen wie dem Eröffnungssamstag sind etwa 140 Menschen gleichzeitig in der Sanitätsstation im Einsatz.

Fast 40 Prozent der rund 7.000 Behandlungen hängen mit Alkohol zusammen

Die Sanitätsstation auf der Wiesn hat sich im Laufe der Jahre zu einer kleinen Klinik entwickelt. Dort können unter anderem Blutwerte direkt bestimmt, Wunden versorgt und vernäht sowie Patienten – insbesondere mit Alkoholvergiftungen – auch über Nacht betreut werden. Neben dem Computertomographen trägt diese Ausstattung dazu bei, umliegende Kliniken und Labore zu entlasten.

Aicher Ambulanz Union zu Einsatz auf dem Oktoberfest
Hier werden unter anderem Wiesngäste versorgt, die zu viel Bier getrunken haben. Quelle: Lennart Preiss/dpa

Im Jahr 2025 versorgte der Sanitätsdienst auf dem Oktoberfest insgesamt 7.158 Menschen. In etwa 39 Prozent der Fälle handelte es sich um alkoholbedingte Notfälle. Etwas mehr als ein Drittel der Patienten wurde wegen chirurgischer Verletzungen behandelt, internistische und andere Beschwerden machten 26 Prozent aus.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen