Das deutsche Davis-Cup-Team muss weiter um den Einzug in die Finalrunde zittern. Zwar erfüllte Alexander Zverev in Halle seine Pflichtaufgabe, nach dem ersten Tag des Duells mit Kroatien steht es aber nur 1:1.
Der zweimalige Grand-Slam-Champion gewann gegen den Weltranglisten-171. Matej Dodig mit 6:4, 7:6 (7:3). Zverev brachte die Gastgeber damit zunächst in Führung.
Im zweiten Einzel enttäuschte Daniel Altmaier jedoch gegen Kroatiens Nummer eins Dino Prizmic und verlor mit 4:6, 3:6. Zwar lag Altmaier im ersten Satz noch mit einem Break vorn und führte 4:3, anschließend gab er aber drei Spiele in Serie ab. Danach wirkte der 28-Jährige zu fehleranfällig und nervös, Prizmic war am Ende nahezu ungefährdet.
Die Entscheidung über den Einzug in die Finalrunde fällt am Sonntag. Ab 12.00 Uhr steht zunächst das Doppel mit Kevin Krawietz und Tim Pütz auf dem Programm. Danach trifft Zverev auf Prizmic, ehe Altmaier gegen Dodig spielen soll. Teamchef Michael Kohlmann kann seine Aufstellung aber noch ändern und auch Yannick Hanfmann für Altmaier nominieren.
Für das Weiterkommen sind insgesamt drei Siege nötig. Deutschland war im vergangenen Jahr in der Finalrunde im Halbfinale an Spanien gescheitert. Die diesjährige Endrunde wird vom 24. bis 29. November im italienischen Bologna ausgetragen.
Zverev wird gefordert
Eine Woche nach seinem Triumph bei den US Open in New York war Zverev die Belastung noch anzumerken. Den ersten Satz spielte der Weltranglisten-Zweite souverän und hochkonzentriert, im zweiten Durchgang leistete er sich dann einige Nachlässigkeiten.
Der mutig auftretende Dodig nutzte das und zwang Zverev in den Tiebreak. Dort steigerte sich der deutsche Spitzenspieler wieder und machte den Sieg sicher perfekt – vor den Augen seiner Tochter Mayla, seiner Mutter Irina und seiner Freundin Sophia Thomalla.
„Ich bin glücklich, dass ich das Spiel gewonnen habe“, sagte Zverev nach der Partie. „Er ist ein wahnsinniger Spieler und hat heute unglaublich gut gespielt.“
Ehrung durch Sportminister
Am Abend wurde Zverev in Halle vom neuen Sportminister Ronald Rauhe und vom DTB-Präsidenten Dietloff von Arnim für seinen US-Open-Titel geehrt.
„Du hast bewiesen, dass es sich lohnt, groß zu träumen. Du hast immer an deinen Traum geglaubt“, sagte Rauhe. „Ein großes Dankeschön, dass wir dich als Vorbild, so wie du bist, in Deutschland haben können.“
Bereits im Juni war Zverev nach seinem ersten Grand-Slam-Titel in Paris in Halle gewürdigt worden. Mit einem Lachen sagte der 29-Jährige: „Wenn wir jetzt alle drei Monate hier stehen, würde ich das unterschreiben.“
Zverev will den Davis Cup gewinnen
Zverev hatte seine Zusage für den Davis Cup überraschend gegeben. Nach dem Erfolg in New York hatten viele damit gerechnet, dass sich der 29-Jährige vor dem in einer Woche beginnenden Laver Cup in London zunächst eine Pause gönnt.
Doch Zverev verfolgt mit dem Nationalteam ein klares Ziel. Er möchte den Davis Cup unbedingt einmal gewinnen. Schon vor dem Duell mit Kroatien hatte er betont, dass diese deutsche Mannschaft nur noch einige Jahre in dieser Konstellation die Chance auf den Titel habe und er deshalb jede Gelegenheit nutzen wolle.
Nach seinem Auftaktsieg sagte Zverev zudem mit Blick auf seinen Einsatz in Halle: „Ich bin lieber hier auf dem Tennisplatz, als mich zu Hause zwei Wochen zu langweilen.“
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber