Bayern

Wiesn-Notfälle? Diese Station steht schon bereit

Kurz vor Wiesnstart rüstet die Sanitätsstation auf – mit überraschenden Neuerungen für den 24-Stunden-Einsatz.

10.09.2026, 13:05 Uhr

Wiesn-Sanitätsstation 2026 startet mit neuer Technik und erweitertem Konzept

Mit mehreren Neuerungen geht die Sanitätsstation der Aicher Ambulanz in die Oktoberfestsaison 2026. Neu sind unter anderem Laborgeräte zur Analyse von Blutwerten, eine modernisierte Einsatzzentrale sowie sogenannte „Supervisors“, die bei größeren Lagen direkt vor Ort den Überblick behalten sollen.

Während der 16 Festtage sind rund 430 Einsatzkräfte im Schichtbetrieb rund um die Uhr im Einsatz, darunter 36 Ärztinnen und Ärzte. An stark frequentierten Tagen wie einem Samstag werden in der Spitze etwa 140 Personen gleichzeitig in der Sanitätsstation tätig sein.

Die Aicher Ambulanz, die den Sanitätsdienst auf dem Oktoberfest seit 2018 verantwortet, sieht sich nach eigenen Angaben gut vorbereitet. Geschäftsführer Michel Belcijan, der das Unternehmen seit Juli gemeinsam mit Ralf Kuchenbuch leitet, betonte, das Personal sei umfassend geschult und das medizinische Material vollständig aufgefüllt.

Sanitätsstation ähnelt inzwischen einer kleinen Klinik

Die Einrichtung auf der Theresienwiese hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend zu einer Art Mini-Klinik entwickelt. Dort stehen inzwischen unter anderem ein Computertomograph sowie Möglichkeiten zur Verfügung, um Patientinnen und Patienten – etwa bei Alkoholvergiftungen – auch über Nacht zu versorgen.

Blutuntersuchungen direkt auf dem Festgelände

Erstmals kommen in diesem Jahr zwei Laborgeräte zum Einsatz, mit denen Blutwerte unmittelbar vor Ort bestimmt werden können. Wie Chefarzt Philip Kampmann erklärte, lassen sich dadurch wichtige medizinische Befunde präziser erfassen – etwa Hinweise auf einen Herzinfarkt.

Aicher Ambulanz Union zu Einsatz auf dem Oktoberfest
Michel Belcijan, Geschäftsführer der Aicher Ambulanz Union, sieht die Sanitätsstation für den Wiesnstart gut gerüstet. Quelle: Lennart Preiss/dpa

Im Unterschied zu den bislang verwendeten Schnelltests liefern die neuen Geräte nicht nur einen grundsätzlichen Nachweis, sondern genaue Messwerte. Das erleichtert die Diagnostik erheblich und hilft zugleich, umliegende Labore und Kliniken zu entlasten.

Eigenschutztraining für Helferinnen und Helfer

Neu ist auch ein freiwilliges Eigenschutztraining, an dem rund 70 Einsatzkräfte teilgenommen haben. Ziel ist es, die Helferinnen und Helfer auf mögliche Bedrohungssituationen vorzubereiten, damit sie Konflikte zunächst verbal entschärfen und sich im Ernstfall auch selbst schützen können.

Belcijan betonte, Übergriffe auf das Personal seien gemessen an der Gesamtzahl der Einsätze zwar selten, dennoch sei jeder einzelne Fall einer zu viel. Beim Oktoberfest 2025 wurden demnach zwei entsprechende Vorfälle registriert.

Rückblick auf die Wiesn 2025

Im vergangenen Jahr versorgte der Sanitätsdienst insgesamt 7.158 Patientinnen und Patienten. Knapp 39 Prozent der Fälle standen im Zusammenhang mit Alkohol. Etwas mehr als ein Drittel entfiel auf chirurgische Verletzungen, während internistische und sonstige Beschwerden 26 Prozent ausmachten. Der Computertomograph wurde 156-mal eingesetzt.

Der Anteil der Menschen, die zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden mussten, lag bei 1,6 Prozent. Über alle bislang sechs Oktoberfesteinsätze der Aicher Ambulanz hinweg wurden insgesamt 39.642 Patientinnen und Patienten betreut.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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