Bayern

Warum Bayerns Kürbisse boomen

Herbst ohne Kürbis? Kaum denkbar. Doch wie gut läuft die Ernte in Bayern wirklich – und was steckt hinter den Feldern?

31.10.2026, 04:00 Uhr

Schwierige Saison für Kürbisbauern in Bayern

Ob in der Suppe, als herbstliche Dekoration oder sogar im Kuchen: Kürbisse gehören für viele fest zur Herbstzeit. Für die Anbauer in Bayern verlief die Saison in diesem Jahr jedoch nicht ohne Probleme. Vor allem im Knoblauchsland bei Nürnberg, einem bedeutenden Gemüseanbaugebiet des Freistaats, setzten Starkregen und Hagel den noch jungen Früchten im Sommer zu. Wie Jochen Loy, Geschäftsführer des Gemüseerzeugerverbands Knoblauchsland, erklärte, führten die Unwetter zu Druckstellen an den jungen Kürbissen, was sich nachteilig auf die Qualität der späteren Früchte auswirken kann.

Im Knoblauchsland hat der Kürbisanbau laut Loy durchaus Gewicht, insbesondere weil die Pflanzen dort im Freiland kultiviert werden. Trockenheit spielte in der Region dagegen kaum eine Rolle, da die Felder über eine Bewässerung verfügen. Entsprechend seien die Verkaufsstände derzeit gut gefüllt. Auch die Nachfrage stimme: Kürbisse würden regelmäßig gekauft.

Anbaufläche in Bayern deutlich gewachsen

Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik wurden 2025 in Bayern auf 1.333 Hektar Speisekürbisse angebaut, verteilt auf 405 Betriebe. Andreas Schmitt von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) bewertet das als beachtliche Größenordnung. Damit könne der Kürbis durchaus mit anderen wichtigen Gemüsearten mithalten. Besonders gefragt sei als Speisekürbis der Hokkaido, weil er sich in der Küche unkompliziert verarbeiten lasse.

Zum Vergleich nennt die LWG für 2025 folgende Flächen: Möhren wuchsen auf 1.538 Hektar, Salate auf 1.350 Hektar, Einlegegurken auf 1.150 Hektar und Zwiebeln auf 2.537 Hektar. Im Jahr 2024 hatte die Kürbisanbaufläche noch bei knapp 1.000 Hektar gelegen. Solche Schwankungen seien in Landwirtschaft und Gemüsebau allerdings nicht ungewöhnlich.

Kürbisse aus Franken
Auch Zierkürbisse werden regelmäßig verkauft. (Archivbild) Quelle: Daniel Vogl/dpa

Vermarktung oft direkt ab Hof

Der Bayerische Bauernverband sieht im Kürbisanbau für einzelne Höfe eine interessante Einkommensmöglichkeit, vor allem in Kombination mit Direktvermarktung. Dazu zählen der Verkauf ab Hof, auf Wochenmärkten oder über Straßenstände mit Selbstbedienung. Darüber hinaus werden Kürbisse auch über Abpackbetriebe, den Großhandel, den Lebensmitteleinzelhandel sowie zur Weiterverarbeitung vermarktet.

Konkrete Preisangaben für bayerische Kürbisse konnte der Verband nicht machen. Die Preisunterschiede seien je nach Sorte, Größe und Vertriebsweg erheblich.

Anspruchslos beim Boden, empfindlich bei Frost

Was die Standortbedingungen betrifft, gilt der Kürbis als vergleichsweise robust. Laut LWG-Experte Schmitt kommt er mit sehr unterschiedlichen Böden zurecht und übersteht auch längere Trockenphasen. Für konstant hohe Erträge sei jedoch eine gesicherte Bewässerung wichtig.

Auch klimatisch zeigt sich die Pflanze widerstandsfähig und gedeiht in allen bayerischen Klimaregionen zuverlässig. Am liebsten wächst Kürbis jedoch bei Wärme. Frost verträgt er dagegen schlecht.

Bayern bundesweit auf Rang drei

Für 2024 liegen bislang die aktuellsten Erntedaten vor. Demnach wurden in Bayern 21.310 Tonnen Kürbisse geerntet. Damit belegte der Freistaat bundesweit Platz drei hinter Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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