Bayern

Steuerschock: Bayern drohen 2026 und 2027 Milliardenlücken

Neue Steuerschätzung: Auch Bayern trifft die Krise härter als gedacht – es geht um Millionen und enge Spielräume.

08.05.2026, 03:00 Uhr

Bayern erwartet 2026 etwas geringere Steuereinnahmen

Bayern muss im laufenden Jahr voraussichtlich mit etwas niedrigeren Steuereinnahmen auskommen als noch im Herbst kalkuliert. Nach der aktuellen Mai-Steuerschätzung dürfte dem Freistaat 2026 rund 100 Millionen Euro weniger zufließen als im Haushalt eingeplant.

Finanz- und Heimatminister Albert Füracker (CSU) sagte dazu, die neuen Zahlen seien erneut kein Anlass für Optimismus. Die Hoffnung auf zusätzliche Einnahmen erfülle sich damit nicht.

Auch für 2027 keine Entspannung in Sicht

Für das Jahr 2027 rechnet das Finanzministerium nach ersten groben Berechnungen ebenfalls mit einer ähnlichen Entwicklung. Aus Sicht Fürackers ergeben sich daraus zwei klare Konsequenzen: Zusätzliche Ausgaben seien derzeit nicht möglich, und die deutsche Wirtschaft müsse dringend wieder auf Wachstumskurs gebracht werden. Notwendig seien wirksame Impulse, um die Konjunktur anzukurbeln.

Im Bundesvergleich fällt das Minus in Bayern moderat aus

Verglichen mit der Steuerschätzung auf Bundesebene steht Bayern allerdings noch vergleichsweise gut da. Für den gesamten Staat – also Bund, Länder und Kommunen – erwarten die Experten für 2026 insgesamt 17,8 Milliarden Euro weniger Steuereinnahmen als noch im Herbst prognostiziert.

Für 2027 ergibt sich allein beim Bund ein Minus von 10,1 Milliarden Euro. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) sieht dafür unter anderem den Krieg mit Iran und den damit verbundenen Anstieg der Energiepreise als Mitursache.

Folgen für den bayerischen Haushalt

Für Bayern bedeutet das erwartete leichte Einnahmeminus, dass weitere Sparbemühungen nötig werden könnten – auch mit Blick auf den Nachtragshaushalt im Herbst. Die Staatsregierung aus CSU und Freien Wählern hatte beim Doppelhaushalt bewusst auf neue Kredite verzichtet. Stattdessen wurden Rücklagen stark in Anspruch genommen.

Trotz weiterlaufender Investitionen, etwa in Hightech und Forschung, soll in vielen Bereichen gespart werden. Wegen der hohen Personalausgaben sind die Spielräume dafür jedoch begrenzt.

Der vom Landtag erst vor kurzem verabschiedete Doppelhaushalt 2026/2027 hat ein Gesamtvolumen von rund 168,5 Milliarden Euro. Davon entfallen etwa 84,7 Milliarden Euro auf 2026 und 83,8 Milliarden Euro auf 2027.

Die nun erwartete kleine Abweichung bei den Steuereinnahmen erlaubt nach jetzigem Stand zwar weiterhin eine Haushaltsplanung ohne neue Schulden. Allerdings werden die finanziellen Möglichkeiten des Freistaats dadurch noch enger. Vor allem die Kommunen in Bayern hatten zuletzt immer wieder auf ihre angespannte Finanzlage hingewiesen.

Bayern bleibt trotz Schulden vergleichsweise solide

Zum Jahresende 2025 lag die Verschuldung Bayerns bei insgesamt rund 36 Milliarden Euro. Davon entfallen knapp 19,5 Milliarden Euro auf ältere Schulden aus dem allgemeinen Haushalt. Weitere 9,8 Milliarden Euro stammen aus dem Sonderfonds zur Bewältigung der Pandemie. Rund 7 Milliarden Euro gehen noch auf die Rettung der Bayerischen Landesbank zurück.

Im Vergleich zu anderen Bundesländern steht Bayern damit weiterhin relativ gut da.

Prognosen bleiben unsicher

Wie immer sind auch diese Zahlen mit Unsicherheiten verbunden. Die Ergebnisse des Arbeitskreises Steuerschätzungen des Bundes und die daraus abgeleiteten Werte für Bayern hängen stark von der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung ab. Gerade weil die Konjunktur in Bayern und in Deutschland insgesamt derzeit als instabil gilt, können sich die Annahmen noch verändern.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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