Ein Gleitschirmpilot aus der Rhön hat einen außergewöhnlich langen Flug absolviert: Mehr als acht Stunden war er in der Luft, nachdem er auf der Wasserkuppe, dem höchsten Berg Hessens, gestartet war. Seine Landung erfolgte erst 276,25 Kilometer weiter östlich in der Nähe des Großen Arber im Bayerischen Wald unweit der tschechischen Grenze.
Wie der Rhöner Drachen- und Gleitschirmflieger (RDG) aus Poppenhausen mitteilte, nutzte der Pilot für die gesamte Strecke ausschließlich Thermik. Diese aufsteigenden Warmluftströmungen dienen Gleitschirmfliegern als natürlicher Antrieb.
Dem Verein zufolge war Markus Börner am 3. Juli zunächst gemeinsam mit vier weiteren Piloten gestartet. Nach etwa vier Stunden setzte der 56-Jährige den Flug allein fort. Insgesamt war er exakt 8 Stunden und 39 Minuten unterwegs. Dabei erreichte er ein Durchschnittstempo von 32,82 Kilometern pro Stunde.
Während des Flugs bewegte er sich überwiegend in Höhen zwischen 1.500 und 2.300 Metern und folgte den Quellwolken von einem Aufwindgebiet zum nächsten. In diesen Höhen lagen die Temperaturen laut Mitteilung teils um den Gefrierpunkt, weshalb zeitweise sogar einzelne Instrumente ausfielen.
Nach Angaben des RDG entstehen thermische Aufwinde, wenn sich der Boden stark erwärmt und die warme Luft nach oben steigt. Der Verein weist darauf hin, dass länger anhaltende Hochdrucklagen und Hitzeperioden inzwischen häufiger vorkommen und dadurch auch besonders weite Streckenflüge begünstigt werden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber