Bayern

Söder plant Medaillen für Schongau-Helfer

Nach der Attacke von Schongau rührt Söder vor allem eines: Was Mitschüler taten, könnte jetzt ganz Bayern bewegen.

24.07.2026, 15:12 Uhr

Für ihren mutigen und uneigennützigen Einsatz nach der Messerattacke in Schongau sollen beteiligte Schülerinnen und Schüler nach Angaben von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder offiziell gewürdigt werden. Im Gespräch mit Antenne Bayern stellte der CSU-Politiker eine staatliche Auszeichnung, etwa in Form einer Rettungsmedaille oder einer ähnlichen Ehrung, in Aussicht. Es sei außerordentlich beeindruckend, dass die Jugendlichen mit ihrem Handeln dazu beigetragen hätten, Leben zu retten.

Erste Hilfe durch Mitschüler

Bei dem Angriff am 8. Juli wurden zwei 13-jährige Mädchen mit einem Messer schwer verletzt. Mehrere Mitschüler leisteten unmittelbar Erste Hilfe und verhinderten damit vermutlich bei einem der Opfer Schlimmeres. Nach bisherigen Informationen nutzten sie sogar eigene T-Shirts, um einen Druckverband anzulegen. Der mutmaßliche Angreifer konnte schließlich von Lehrkräften und Polizisten gestoppt werden. Eines der verletzten Mädchen durfte knapp zwei Wochen nach der Tat das Krankenhaus wieder verlassen.

Ermittlungen wegen versuchten Mordes

Gegen den 16-jährigen Tatverdächtigen wird unter anderem wegen versuchten Mordes ermittelt. Er befindet sich in Untersuchungshaft. Die Behörden prüfen außerdem, ob ein extremistischer Hintergrund vorliegt. Aus diesem Grund übernahm in der vergangenen Woche die bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET) die weiteren Ermittlungen.

Bereits zuvor war gegen den Jugendlichen, einen Kroaten, im Zusammenhang mit zwei Vorfällen aus dem Jahr 2025 ermittelt worden. Ihm wird vorgeworfen, Mitschüler bedroht und in sozialen Netzwerken Inhalte veröffentlicht zu haben, in denen Amokläufe verherrlicht worden seien.

Waffen sichergestellt

Nach dem Angriff stellten die Ermittler neben dem Messer auch eine Pistole und Munition sicher. Nach dpa-Informationen wurde die Schusswaffe in einem Rucksack gefunden, den der 16-Jährige nach der Tat auf dem Schulgelände in der Nähe des Tatorts abgelegt haben soll. Demnach habe er noch einen Schuss abgegeben, bevor die Pistole offenbar versagte. Nach den bisherigen Erkenntnissen soll der Jugendliche ausgesagt haben, die Waffe im Darknet beschafft zu haben.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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