Drei Monate nach der Vorstellung ihres offiziellen Porträts hat die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der Berliner Museumsinsel Autogramme gegeben. Im Bode-Museum signierte die 72-Jährige Kunstpostkarten mit dem Motiv des Gemäldes. Der Andrang war groß: Vor dem Tisch, an dem sie unterschrieb, bildete sich eine lange Schlange bis zum Eingang des Museums. Einige Besucher erklärten allerdings, dass sie vor allem wegen der Ausstellung gekommen seien.
Nach Angaben eines Museumssprechers standen für die Signierstunde insgesamt rund 450 Tickets zur Verfügung. Etwa 300 Karten konnten vorab reserviert werden und waren bereits nach wenigen Stunden vergriffen.
Merkel saß bei der Aktion an einem Tisch, hinter ihr war das Porträt zu sehen. Neben ihr nahm auch der Maler des Bildes, Jérémie Queyras, Platz.
Deutlich mehr Besucher im Museum
Seit der Enthüllung des Gemäldes Ende Juni haben sich die Besucherzahlen des Hauses nahezu verdoppelt. Ursprünglich war geplant, das Porträt nur vorübergehend zu zeigen und anschließend als Leihgabe an das Bundeskanzleramt zu übergeben. Inzwischen wurde die Präsentation jedoch bis zum 3. Januar 2027 verlängert.
Merkel hatte sich viel Zeit mit der Wahl des Künstlers gelassen. Schließlich fiel die Entscheidung auf Jérémie Queyras. Der noch junge Maler stammt aus einer Freiburger Musikerfamilie und hatte sich 2022 mit einem handgeschriebenen Brief bei ihr beworben.
Das Bild zeigt die ehemalige Kanzlerin in einem leuchtend blauen Blazer vor einem goldbraunen Hintergrund. Dargestellt ist sie stehend bis zu den Knien, eine Hand auf die Lehne eines Stuhls gestützt.

Schon bei der Enthüllung hatte Merkel erklärt, warum sie sich mit dem Porträt Zeit gelassen habe. Sie habe zunächst Abstand gebraucht, sagte sie damals. Das Bild habe nicht einfach ein weiterer Punkt auf einer To-do-Liste sein sollen, vielmehr habe sie Freude an dem Prozess haben wollen. Merkel stand von 2005 bis 2021 insgesamt 16 Jahre an der Spitze der Bundesregierung.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber