Alexander Zverev hat auf dem Weg an die Spitze der Weltrangliste einen Rückschlag hinnehmen müssen. Der zweimalige Grand-Slam-Champion schied beim ATP-500-Turnier in Peking im Viertelfinale aus und verpasste durch ein 6:4, 4:6, 4:6 gegen Novak Djokovic den Einzug ins Halbfinale.
Djokovic nutzte nach 2:34 Stunden seinen zweiten Matchball und zog damit in die Vorschlussrunde ein. Dort trifft der 39-Jährige auf den Russen Daniil Medwedew. Für den Serben war es in Peking bereits der 32. Sieg in Serie – bei dem Turnier hat die langjährige Nummer eins der Welt weiterhin noch nie ein Match verloren.
„Das sind die Momente, für die ich noch Tennis spiele“, sagte Djokovic nach der Partie. Über Zverev sagte er: „Er ist im Moment der beste Spieler auf der Welt, hat einen unglaublichen Lauf und viel Selbstvertrauen. Wenn er so aufschlägt, wie im Moment, dann ist es ein Alptraum, gegen ihn zu spielen. Die wenigen Chancen, die du bekommst, musst du nutzen – und das ist mir heute zum Glück gelungen.“
Dämpfer im Rennen um Rang eins
Durch das Aus in Peking kann Zverev Jannik Sinner während der Asien-Tour nicht mehr direkt von Platz eins verdrängen. Dafür hätte der Deutsche sowohl in Peking als auch anschließend in Shanghai den Titel holen müssen.
Weil Sinner wegen Kniebeschwerden aber auch für das Masters-1000-Turnier in Shanghai vom 7. bis 18. Oktober absagen musste, bleibt Zverev dennoch die Chance, den Rückstand weiter zu verkürzen. Der Italiener wäre dort als Titelverteidiger angetreten und verliert nun viele Weltranglisten-Punkte. Wann Sinner auf die Tour zurückkehrt, ist derzeit offen.
Hochklassiges Match gegen Djokovic
Schon der erste Satz war hart umkämpft und dauerte fast eine Stunde. Zverev verwandelte schließlich seinen zweiten Satzball zum 6:4. Im zweiten Durchgang ließ er beim Stand von 4:4 eine Breakchance ungenutzt und gab wenig später seinen Aufschlag ab – damit auch den Satz.
Auch im entscheidenden dritten Abschnitt begegneten sich beide lange auf Spitzenniveau. Am Ende fehlte Zverev jedoch etwas die Luft, sodass Djokovic die Partie noch für sich entschied.
Viel Belastung, großes Jahresziel
Zverev hatte zuletzt ein intensives Programm hinter sich. Nach seinem Triumph bei den US Open in New York gewann er auch für Deutschland im Davis Cup gegen Kroatien sowie für Team Europa im Laver Cup gegen Team Welt.
Sein großes Ziel für den Rest des Jahres bleibt, Sinner als Nummer eins der Welt abzulösen. Trotz der Niederlage in Peking sind die Chancen dafür weiterhin intakt, weil Sinner wegen seiner Knieprobleme weiter pausieren muss.
Becker bislang einziger deutscher Spitzenreiter
Zverev könnte bei den Männern erst der zweite Deutsche nach Boris Becker werden, der die Weltrangliste anführt. Becker stand insgesamt zwölf Wochen auf Platz eins.
Noch Anfang Februar nach den Australian Open hatte Zverev mehr als 9.000 Punkte Rückstand auf den damaligen Spitzenreiter Carlos Alcaraz und knapp 5.700 auf Sinner. Weil Alcaraz in diesem Jahr lange wegen einer Handgelenksverletzung ausfiel und nun auch Sinner pausieren muss, hat sich die Ausgangslage für Zverev deutlich verbessert.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber