Deutschlands Handball-Kapitän Johannes Golla hat sich erstmals selbst zu seinem Wunsch nach einer vorzeitigen Rückkehr von der MT Melsungen zur SG Flensburg-Handewitt geäußert. Als Grund nannte der Nationalspieler vor allem seine psychische Belastung.
In einem Beitrag bei Instagram schrieb der 28-jährige Kreisläufer, der Abschied aus Flensburg und von den Menschen dort habe deutliche Spuren hinterlassen. Personen aus seinem Umfeld hätten schon länger bemerkt, dass es ihm schlecht gehe. Es gehe inzwischen nicht mehr nur um Heimweh, vielmehr sehe er seine mentale Gesundheit ernsthaft gefährdet.
Golla war erst im Sommer von Flensburg nach Melsungen gewechselt, nachdem der Transfer bereits im Dezember 2024 vereinbart worden war. Rückblickend bezeichnete er die Entscheidung für den Vertrag in Nordhessen als zu früh getroffen. Zudem hätten sich die Lebensumstände seiner Familie seitdem verändert.
Vertrag bis 2031
Beim Champions-League-Teilnehmer Flensburg, für den Golla bereits von 2015 bis 2018 spielte, besitzt er nach wie vor einen langfristigen Vertrag bis Sommer 2031. Normalerweise habe er Verträge immer erfüllt, erklärte Golla. Nun befinde er sich aber in einer Lage, in der ihm das nicht möglich erscheine.
Er betonte, dass er nur dann seine volle Leistung bringen könne, wenn es ihm gutgehe. Dafür müsse er nicht nur auf seine körperliche Verfassung, sondern auch auf seine psychische Gesundheit achten. Außerdem wolle er eigene Fehler eingestehen, Verantwortung für sich und seine Familie übernehmen und seine Zukunft aktiv gestalten.

Vereine sprechen miteinander
Flensburgs Sportchef Ljubomir Vranjes stellte Golla Unterstützung in den Gesprächen mit der MT Melsungen in Aussicht. Nach dem Bundesligaspiel gegen Frisch Auf Göppingen sagte er beim Streamingdienst Dyn, es sei selbstverständlich, Golla zu helfen. Schließlich sei dieser eine prägende Persönlichkeit des Vereins.
Auch Melsungens Sportvorstand Jesper Larsson äußerte sich zu dem Fall. Man müsse erneut zusammenkommen und prüfen, welche möglichen Lösungen es geben könne. Gleichzeitig verwies er darauf, dass Golla in Melsungen noch bis 2031 unter Vertrag stehe. Wie die Angelegenheit am Ende ausgehe, sei derzeit offen.
Nach Angaben von Larsson wurde in ersten Gesprächen mit der SG Flensburg-Handewitt noch keine Ablösesumme genannt, die für einen vorzeitigen Wechsel fällig wäre.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber