Lach- und Schießgesellschaft kehrt nach kurzer Zwischenstation nach Schwabing zurück
Die traditionsreiche Münchner Lach- und Schießgesellschaft steht erneut vor einem Umzug. Nach nicht einmal einem Jahr im sanierungsbedürftigen Gasteig verlegt die Kabarettbühne ihren Spielort wieder zurück nach Schwabing.
Ab Ende Oktober im TamS Theater
Wie das Ensemble mitteilte, werden die Vorstellungen ab Ende Oktober im TamS Theater stattfinden. Der neue Standort liegt nur wenige Schritte von der früheren Wirkungsstätte entfernt. Hintergrund für den erneuten Ortswechsel ist das Auslaufen des Mietvertrags des Zwischennutzungsprojekts FatCat im Gasteig Ende September. Danach soll dort die seit Jahren angekündigte umfassende Sanierung beginnen.
Erst im November des vergangenen Jahres war die Bühne mit großem Aufwand nach Haidhausen umgezogen. Dieser Schritt war als Neuanfang gedacht. Nun endet nach Angaben der Verantwortlichen ein „kurzes, aber sehr schönes Kapitel in Haidhausen“.
Die neue Spielstätte liegt schräg gegenüber des langjährigen Stammhauses in Schwabing. Daher spricht die Lach- und Schießgesellschaft selbst von einer Rückkehr – „nur eben nach nebenan“.
Zwischennutzung von Anfang an mit Unsicherheit verbunden
Bereits im Januar hatte Leiter Till Hofmann im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur erklärt, dass ein solcher Wechsel stets zum Risiko einer Zwischennutzung gehöre. Damals beschrieb er die Situation der Bühne als eine Art „Wanderzirkus“.
Hofmann hatte den Umzug in den Gasteig im vergangenen Jahr angestoßen und damit einen deutlichen Bruch mit der langen Geschichte des Hauses in Schwabing markiert. Die Kabarettinstitution, einst eng verbunden mit Dieter Hildebrandt und weiteren prägenden Künstlern, war dort über Jahrzehnte beheimatet. Hofmann selbst hatte die Leitung schon früher inne, war zwischenzeitlich im Streit ausgeschieden und später zurückgekehrt.

Auch der Wechsel in den Gasteig war nicht der erste Neustart in jüngerer Zeit. Im November 2024 war die Lach- und Schießgesellschaft im Stammhaus in Schwabing mit viel Nostalgie und in Anwesenheit von Renate Hildebrandt, der Witwe von Dieter Hildebrandt, feierlich wiedereröffnet worden. Zuletzt fanden dort allerdings nur noch wenige Aufführungen statt.
Große Nachfrage trotz Umzugs
Nach Angaben Hofmanns brachte der Ortswechsel aus Schwabing heraus auch neues Publikum. Besonders groß sei das Interesse an einem Abend mit dem Kabarettisten Gerhard Polt und seinem österreichischen Kollegen Josef Hader gewesen. Die Nachfrage sei so enorm gewesen, dass man damit nach seinen Worten sogar zweimal die Olympiahalle hätte füllen können.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber