Bayern

Flammen am Gipfel: Bergwald in Chiemgauer Alpen brennt

Alarm in den Chiemgauer Alpen: Wieder brennt der Bergwald im Gipfelbereich – der Großeinsatz weckt böse Saurüsselkopf-Erinnerungen.

30.07.2026, 09:38 Uhr

Bergwaldbrand an der Hochwand: Großeinsatz in den Chiemgauer Alpen

Nahe der Lackenbergwand bei Unterwössen steht ein Bergwald in Flammen. Wie der Kreisfeuerwehrverband Traunstein mitteilte, läuft im schwer erreichbaren Gipfelbereich der Hochwand derzeit ein umfangreicher Feuerwehreinsatz. Wegen der starken Rauchentwicklung wurde die Bevölkerung am Donnerstagmorgen gewarnt.

Die Anwohner wurden aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten, Klima- und Lüftungsanlagen auszuschalten und das Gebiet rund um den Einsatzort zu meiden. Bereits bei der Alarmierung am Mittwochabend war im Gipfelbereich auf rund 1.000 Metern Höhe eine deutlich sichtbare Rauchsäule zu erkennen.

Wegen der Löscharbeiten ist die Bundesstraße 305 aktuell in beide Richtungen gesperrt – sowohl nach Reit im Winkl als auch nach Marquartstein.

Größe des Brandes noch nicht bekannt

Wie groß die betroffene Fläche tatsächlich ist, ließ sich zunächst nicht verlässlich feststellen. Auch zur Ursache des Feuers konnten die Einsatzkräfte vorerst keine Angaben machen. Nach bisherigem Kenntnisstand wurde niemand verletzt.

Nach Angaben eines Feuerwehrsprechers ähnelten die Bedingungen beim Ausbruch des Feuers denen des Waldbrands am Saurüsselkopf bei Ruhpolding im Mai. Dort hatte sich das Feuer stark ausgebreitet und war nur mit großem Aufwand zu bekämpfen. Der Einsatz endete damals erst nach etwa einem Monat vollständig.

Kreisregner sollen weiteres Ausbreiten stoppen

Auch an der Hochwand breitete sich der Brand in der ersten Nacht talwärts aus. Deshalb begannen die Einsatzkräfte schon am Abend und in der Nacht damit, lange Schlauchleitungen zu verlegen und in regelmäßigen Abständen sogenannte Kreisregner zu installieren. Diese funktionieren ähnlich wie große Gartensprinkler und bewässern angrenzende, noch nicht betroffene Flächen, damit sich das Feuer nicht weiter ausdehnt.

Zur Wasserversorgung wurde ein Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen eingerichtet. Zusätzlich waren bereits am Mittwochabend und erneut am Donnerstagvormittag drei Löschhubschrauber im Einsatz. Da der eigentliche Brandherd im Gipfelbereich mit Fahrzeugen nicht erreichbar ist, konnte er zunächst nicht direkt von Bodentrupps bekämpft werden.

Insgesamt sind rund 200 Kräfte von Feuerwehr, Bergwacht, Rettungsdienst und Polizei an dem Einsatz beteiligt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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