Deutlich mehr Hitzetote in Bayern als in den Vorjahren
In Bayern sind nach einer Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) in diesem Jahr bereits rund 1.290 Menschen infolge von Hitze gestorben. Zum Vergleich: 2025 waren es im gesamten Jahr 490 Todesfälle. Auch in den neun Jahren davor lagen die Zahlen deutlich niedriger. Besonders gefährdet sind vor allem ältere Menschen. Die aktuelle Schätzung bezieht sich auf den Zeitraum bis Kalenderwoche 30, also bis zum 26. Juli, und ist mit einer gewissen Unsicherheit verbunden.
Im Vergleich zu anderen Bundesländern fällt Bayern dennoch weniger stark auf. So verzeichnete Baden-Württemberg laut RKI trotz geringerer Einwohnerzahl etwa 2.490 hitzebedingte Todesfälle, in Hessen waren es rund 1.650, in Nordrhein-Westfalen sogar 2.620.
Rechnet man die Fälle auf 100.000 Einwohner um, kommt Bayern auf einen Wert von 9,7 und liegt damit im unteren Mittelfeld. Den höchsten Wert weist demnach das Saarland mit 40,7 auf, den niedrigsten Schleswig-Holstein mit 2,3.
Hitze wirkt oft zusammen mit Vorerkrankungen
Für ganz Deutschland schätzt das RKI die Zahl der hitzebedingten Todesfälle bislang auf etwa 11.900. Davon entfielen ungefähr 9.600 auf die Woche vom 22. bis 28. Juni. Diese Zahlen wurden zuletzt nach oben korrigiert.
Als Hitzetote gelten dabei nicht nur Menschen, die direkt etwa an einem Hitzschlag sterben. Häufig ist es vielmehr das Zusammenspiel von hohen Temperaturen und bestehenden Erkrankungen, das zum Tod führt. Da Hitze auf Totenscheinen meist nicht ausdrücklich als Todesursache auftaucht, arbeitet das RKI mit statistischen Schätzungen.
Die letzte Juniwoche war von einer besonders starken und lang anhaltenden Hitzewelle geprägt. Regional wurden mehr als 40 Grad gemessen, zudem fielen mehrfach Temperaturrekorde. In Bayern war der Juni nach vorläufigen Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) der zweitheißeste seit Beginn der Messungen. Im Jerichower Land in Sachsen-Anhalt wurde mit 41,8 Grad sogar ein neuer Temperaturrekord erreicht.
Da der Sommer noch andauert, könnte die Zahl der hitzebedingten Todesfälle im weiteren Verlauf des Jahres je nach Wetterlage noch weiter steigen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber