Bayern

Kurator: So wird der KI-«Ring» immer besser

Ausgebuht und ausgepfiffen: Bayreuths KI-«Ring» kehrt verändert zurück – reicht das jetzt für die Wende?

06.08.2026, 15:48 Uhr

Bayreuther KI-„Ring“ wird weiter überarbeitet

Das vielfach kritisierte Bühnenbild des KI-gestützten „Ring“ in Bayreuth wird nach Angaben von Kurator Marcus Lobbes laufend verbessert. Schon in der Woche der Premiere sei permanent an dem System gearbeitet worden. Derzeit läuft bereits der zweite Aufführungsdurchgang. Am Freitag folgt mit „Siegfried“ der dritte Teil von Richard Wagners Tetralogie „Der Ring des Nibelungen“ bei den Jubiläumsfestspielen.

Kritik nach der Premiere

Zum Auftakt hatte die Inszenierung deutliche Vorbehalte ausgelöst. Vor allem die von der Künstlichen Intelligenz gewählten Projektionen erschienen vielen Zuschauern nur schwer verständlich. Einige Besucher sprachen sogar von einem „Bildersalat“. Hinzu kam, dass die Projektionen in einzelnen Szenen die Sängerinnen und Sänger teilweise verdeckten.

System reagierte sensibler als geplant

Lobbes erklärte, dass das System unter den Bedingungen der Premiere anders reagiert habe als in den Hauptproben. Vor allem die größere Dynamik von Gesang und Orchester habe dazu geführt, dass die KI empfindlicher angesprochen habe als erwartet. Deshalb seien im Verlauf des Zyklus verschiedene Einstellungen der reaktiven Abläufe angepasst worden – oft nachts, aber auch in den einstündigen Pausen zwischen den Aufführungen. Diese Änderungen seien jeweils sofort künstlerisch und dramaturgisch geprüft worden.

So sei etwa die Reaktion der KI auf akustische Signale wie Gesang und Orchester zurückgenommen worden, um ein ruhigeres Gesamtbild zu erzeugen. Außerdem habe man an der Transparenz der Frontprojektion gearbeitet. Zwar erkenne das System in der Regel, wer wann und wo singe, und stelle die betreffenden Personen frei, doch lasse sich der Grad dieser Freistellung verändern.

Auswahl der Bilder verändert

Neue Motive seien der KI nicht zusätzlich zur Verfügung gestellt worden. Allerdings könne das System nun variabler auf das vorhandene Bildmaterial zugreifen. Darüber hinaus seien technische Änderungen vorgenommen worden, um bestimmte Arten von Bildgenerierungen zu vermeiden. Lobbes sagte dazu, dass die Maschine bei Begriffen wie Schwur oder Vertrag häufig Hände oder Finger erzeuge – etwas, das man künstlerisch nicht besonders überzeugend gefunden habe.

Gleichzeitig betonte der Kurator, dass es sich weiterhin um ein geschlossenes, selbstlernendes KI-System handle. Innerhalb der vorgegebenen Grenzen treffe es nach wie vor eigenständig Entscheidungen und entwickle sich dadurch fortlaufend weiter.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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