Bayern

Bus-Crash schockt Stadt – mehrere Kinder verletzt

Bus-Drama im Münchner Norden: Mehrere Kinder nach Kollision verletzt – Rettungskräfte im Großeinsatz, viele Fragen offen.

10.06.2026, 13:56 Uhr

Ein schwerer Busunfall in Oberbayern hat einen Schulausflug in eine Tragödie verwandelt. Auf einer Staatsstraße bei Hebertshausen im Landkreis Dachau kam ein Junge ums Leben. Nach Angaben der Rettungskräfte starb das Kind noch an der Unfallstelle.

Der angemietete Reisebus war mit zwei zweiten Klassen der Grundschule Haimhausen auf dem Weg zu einem Ausflug. Gegen 12.30 Uhr streifte der Bus in einer engen Kurve einen entgegenkommenden Linienbus. In dem Linienbus saßen keine Fahrgäste.

Insgesamt wurden nach aktuellem Stand 30 weitere Kinder, eine Lehrerin und die beiden Busfahrer verletzt. Zwei Kinder und die Lehrerin erlitten laut Polizei schwerste Verletzungen. Vier weitere Kinder wurden schwer oder mittelschwer verletzt. 26 Schüler sowie die beiden Fahrer kamen mit leichteren Verletzungen davon.

Dramatische Szenen am Unfallort

Am Unfallort spielten sich laut Einsatzkräften dramatische Szenen ab. Der Reisebus wurde schwer beschädigt. Feuerwehrleute fanden neben dem Fahrzeug zudem zwei verletzte Kinder. Rettungskräfte versuchten noch, den tödlich verletzten Jungen zu reanimieren. Ein Hubschrauber stand bereits bereit, um ihn in eine Klinik zu bringen. Am Ende konnte der Notarzt jedoch nur noch seinen Tod feststellen.

Aus Sicht der Einsatzkräfte sind die Bilder kaum zu verarbeiten. Vertreter der Kreisbrandinspektion sprachen von Momenten, die niemand so schnell vergesse. Auch für Angehörige, die zur Unfallstelle eilten, war die Lage äußerst belastend.

Ministerin: «Unsere Herzen weinen»

Bayerns Familienministerin Ulrike Scharf (CSU) zeigte sich erschüttert. Es handle sich um eine unfassbare Tragödie, die kaum in Worte zu fassen sei, erklärte sie. Ihre Gedanken seien bei den Angehörigen des getöteten Kindes. Zugleich wünschte sie den Verletzten eine schnelle Genesung und dankte den Einsatzkräften. In dieser schweren Zeit dürfe niemand allein gelassen werden, betonte die Ministerin.

Landrat spricht von einem «ganz, ganz schwierigen Tag»

Dachaus Landrat Stefan Löwl (CSU) zeigte sich tief betroffen. Seine Gedanken seien bei der Familie des getöteten Kindes, aber auch bei allen Verletzten und ihren Angehörigen. Als Vater schulpflichtiger Kinder könne er besonders nachempfinden, was es bedeute, ein Kind morgens auf einen Schulausflug zu schicken und es abends nicht mehr zurückzubekommen. Für ihn sei es ein ganz, ganz schwieriger Tag.

Ursache weiter unklar

Warum es zu dem Zusammenstoß kam, ist weiter unklar. Die Polizei ermittelt gemeinsam mit einem Gutachter im Auftrag der Staatsanwaltschaft München II. Fest steht bislang nur, dass in dem engen Kurvenbereich Tempolimits von 50 beziehungsweise 60 Kilometern pro Stunde gelten.

Alkohol als mögliche Ursache ist nach Polizeiangaben weitgehend ausgeschlossen. Beide Busfahrer machten freiwillige Atemalkoholtests, die jeweils 0,0 Promille ergaben.

Hilfe für Angehörige, Schule und Einsatzkräfte

Für Angehörige wurde im Ortsteil Ampermoching eine Sammelstelle eingerichtet, an der sie psychosozial betreut werden. Zudem gibt es in der Gemeindeverwaltung ein Bürgertelefon. Am Abend sollte außerdem die Pfarrkirche im Ort geöffnet werden.

Nach Angaben des Landkreises sollen auch in den kommenden Tagen Hilfsangebote für die gesamte Schule und die betroffenen Familien zur Verfügung stehen. Die Notfallseelsorge sei für alle ansprechbar, die Unterstützung benötigen.

Auch die Einsatzkräfte selbst werden bei der Verarbeitung des Geschehens begleitet. Im Feuerwehrhaus wurden dafür bereits Hilfsangebote organisiert. Nach Einschätzung der Verantwortlichen wird die Nachbereitung des Einsatzes noch längere Zeit andauern.

Vor Ort liefen umfangreiche Rettungs- und Bergungsarbeiten. Nach früheren Angaben der Einsatzkräfte waren vier Hubschrauber, rund 15 Rettungswagen und acht Notärzte im Einsatz. Die Staatsstraße wurde gesperrt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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