Bayern

Paukenschlag: Bentele gibt Bayerns VdK-Spitze auf

Monatelanger Machtkampf, jetzt der Rückzug: VdK-Chefin Bentele zieht Konsequenzen – und plant schon den nächsten Schritt.

19.06.2026, 20:20 Uhr

Verena Bentele legt VdK-Landesvorsitz in Bayern nieder

Nach monatelangen Spannungen an der Spitze des VdK Bayern zieht sich Verena Bentele aus ihrem Amt als Landesvorsitzende zurück. Wie ein Sprecher des Verbands mitteilte, werden Bentele und Landesschatzmeister Konrad Gritschneder ihre Funktionen zum 30. Juni abgeben. Ihre Position als Präsidentin des VdK Deutschland soll Bentele jedoch weiterhin behalten.

Kurz nach der Mitteilung des Verbands verbreitete auch Bentele über ihre Sprecherin eine Erklärung mit demselben Inhalt. Darin ist von Differenzen innerhalb des bayerischen Landesverbands über Führungsstil und künftige Ausrichtung die Rede. Bentele und Gritschneder hätten demnach für eine modernere Struktur des Verbands gestanden, fanden damit aber bei den übrigen acht Mitgliedern des Landesvorstands keine Mehrheit.

Laut Erklärung seien die im Zuge des Streits erhobenen Vorwürfe und Missverständnisse inzwischen vollständig ausgeräumt. Sowohl Bentele und Gritschneder als auch die restlichen Vorstandsmitglieder bedauerten, dass der Konflikt öffentlich ausgetragen worden sei.

Bereits Ende Mai war bekannt geworden, dass die anderen Mitglieder des Landesvorstands den Landesausschuss aufgefordert hatten, ein Abberufungsverfahren gegen Bentele und den Schatzmeister einzuleiten.

Führungsstreit im größten Landesverband

Verena Bentele steht seit 2018 an der Spitze des Bundesverbands und übernahm 2023 zusätzlich den Vorsitz in Bayern. Mit rund 850.000 Mitgliedern ist der bayerische Verband der größte Landesverband innerhalb des VdK.

In einem internen Schreiben war ihr vorgeworfen worden, den VdK stärker zentralisieren und unter ihrer Leitung zu einem straffer geführten Verband umbauen zu wollen. Zudem soll es weitere Konfliktpunkte gegeben haben. Bentele hatte die Vorwürfe öffentlich zurückgewiesen und erklärt, sie habe 2023 auf ausdrücklichen Wunsch des Vorstands für den Landesvorsitz kandidiert.

Nach ihren Angaben verfolgte sie von Beginn an das Ziel, den Verband sichtbarer zu machen und dessen sozialpolitischen Einfluss im Sinne der Mitglieder zu stärken. Dabei habe sie auf einen zeitgemäßen Führungsstil gesetzt, der der Größe und Verantwortung des Verbands gerecht werde.

Der Sozialverband VdK versteht sich als Interessenvertretung sozial benachteiligter Menschen und setzt sich für mehr soziale Gerechtigkeit ein. Er vertritt unter anderem die Belange von Rentnern, Menschen mit Behinderung, chronisch Kranken, Pflegebedürftigen, Familien, älteren Beschäftigten und Arbeitslosen. Mit mehr als 2,3 Millionen Mitgliedern bundesweit gilt der VdK als größter Sozialverband in Deutschland.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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