Der nach dem Waldbrand im Nürnberger Süden vorsorglich geräumte Campingplatz kann wieder genutzt werden. Die Rauchentwicklung hat inzwischen deutlich nachgelassen, sodass die betroffenen Menschen in der Nacht beziehungsweise kurz vor dem Morgengrauen zu ihren Wohn- und Campingmobilen zurückkehren konnten. Das Bayerische Rote Kreuz betreute nach Angaben der Einsatzkräfte rund 20 Personen.
Nahe des Messegeländes und unweit des Max-Morlock-Stadions hatten am Freitagabend meterhohe Flammen eine seit Jahren brachliegende hölzerne Westernstadt sowie umliegende Bäume erfasst. Einsatzleiter Peter Saul sprach von einer "sehr beeindruckenden Feuerwand". Zwei Feuerwehrleute wurden bei dem Großeinsatz leicht verletzt.
Stundenlange Löscharbeiten und Nachkontrollen
Am Morgen waren Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und weitere Kräfte vor allem mit Nachlöschen und Aufräumarbeiten beschäftigt. Das THW war unter anderem mit schwerem Gerät und einem Radlader im Einsatz, um den Schutt zusammenzuschieben. Offene Flammen waren nicht mehr zu sehen, verbrannter Geruch lag aber weiter in der Luft.
Die Feuerwehr will die Brandstelle noch den gesamten Tag über kontrollieren, damit keine Glutnester übersehen werden. Nach Angaben des Einsatzleiters bleiben etwa 20 Feuerwehrkräfte bis in den Samstagabend vor Ort. Größere Löscharbeiten waren zunächst nicht mehr nötig.
Konzert und Campingplatz geräumt
Aus Sicherheitsgründen waren am späten Freitagabend sowohl ein nahegelegener Campingplatz als auch ein Open-Air-Konzert im Stadionpark geräumt worden. Beim Konzert fiel die Entscheidung laut Polizei noch während der Zugabe, weil die Rauchentwicklung zu stark war.
Für die Messe bestand nach Angaben der Polizei zu keinem Zeitpunkt Gefahr. Das Gelände liegt nur durch eine breite Straße vom Brandort getrennt, blieb aber verschont.
Hunderte Einsatzkräfte vor Ort
Der Brand war gegen 21.45 Uhr im Bereich der ungenutzten Westernstadt zwischen Großer Straße und Beuthener Straße gemeldet worden. Betroffen war ein Areal von rund 3.000 Quadratmetern, nach Behördenangaben etwa so groß wie vier kleine Fußballfelder.
Insgesamt waren rund 380 Kräfte der Feuerwehr, mehr als 60 Einsatzkräfte des Rettungsdienstes und etwa 15 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz. Mehrere Trupps gingen unter schwerem Atemschutz gegen die Flammen vor. Löschwasser wurde auch aus dem Dutzendteich zur Brandstelle gepumpt. Gut drei Stunden nach Beginn des Großeinsatzes war das Feuer unter Kontrolle, anschließend stieg nur noch Rauch auf.
Ursache weiter unklar
Die Ursache des Feuers ist weiterhin unklar. Die Kriminalpolizei ermittelt und sucht Zeugen. Auch Brandstiftung – fahrlässig oder vorsätzlich – wird nach Polizeiangaben nicht ausgeschlossen. Wie hoch der Schaden ist, konnte zunächst niemand beziffern.
Wegen der anhaltenden Trockenheit ist die Waldbrandgefahr in Franken derzeit hoch. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe warnte stundenlang vor starkem Rauch und Brandgeruch im Nürnberger Süden. Die Behörden setzen zudem auf Beobachtungsflüge, um mögliche Waldbrände früh zu erkennen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber