Bayern

Mit Caroline Link & Co.: So groß wird das Hofer-Jubiläum

Vom Mini-Event zum Kultfestival: Zum 60. Hofer Jubiläum reisen große Filmstars an – welche Namen jetzt für Aufsehen sorgen.

18.10.2026, 04:00 Uhr

Hofer Filmtage feiern 60. Ausgabe mit bekannten Rückkehrern

Die Hofer Filmtage gelten traditionell als Sprungbrett für neue Talente und junge Filmschaffende. Zum 60. Festival vom 20. bis 25. Oktober kehren jedoch zahlreiche prominente Gäste nach Hof zurück, deren Laufbahn hier einst begann oder entscheidend vorangebracht wurde. Erwartet werden unter anderem die Oscar-prämierte Regisseurin Caroline Link, Sönke Wortmann sowie Schauspielerin Nicolette Krebitz.

Gäste und Filme zum Jubiläum

Festivalleiter Thorsten Schaumann beschreibt das Jubiläum als ein großes Wiedersehen mit Filmschaffenden, die eng mit Hof verbunden sind. Gezeigt werden frühe Werke von Caroline Link, Sönke Wortmann und Monika Treut, die in Hof einst ihre Premieren hatten. Axel Ranisch präsentiert außerdem seinen Film „Meine Mütter“ – auch als Erinnerung an den kürzlich verstorbenen Rosa von Praunheim.

Zur Jubiläumsausgabe wird auch Produzentin Julie Corman zurückerwartet. Bereits 1981 war sie gemeinsam mit ihrem Mann Roger Corman in Hof zu Gast. Anlässlich von Rogers 100. Geburtstag soll das außergewöhnliche Werk des Paares gewürdigt werden, das weit über das US-Independent-Kino hinaus Einfluss hatte.

Ein weiterer Fokus liegt auf der Arbeit von Léa Pool. Die schweizerisch-kanadische Regisseurin zählt laut Schaumann zu den prägenden Stimmen des internationalen Autorenfilms.

Was Hof besonders macht

Für Schaumann stehen nicht prominente Namen oder rote Teppiche im Mittelpunkt. Wichtiger seien die über Jahrzehnte gewachsenen Beziehungen, gemeinsame Erinnerungen, Inspiration und echte Freundschaften. Gerade das Zusammenspiel von etablierten Größen und Nachwuchstalenten mache den Reiz des Festivals aus.

Sönke Wortmann
Sönke Wortmanns Kurzfilm «Fotofinish» aus dem Jahr 1986 ist heuer in Hof wieder zu sehen. (Archivbild) Quelle: Gregor Fischer/dpa

Die Atmosphäre in Hof sei bewusst familiär gehalten. Bekannte Filmschaffende und junge Talente begegneten sich hier auf Augenhöhe – im Kino, auf der Straße oder bei Gesprächen am Abend. Große Distanz zwischen Publikum, Festivalteam und Gästen gebe es nicht. Genau das sei eines der Erfolgsrezepte der Filmtage: Wer nach Hof komme, besuche nicht nur ein Festival, sondern werde Teil davon.

Auch für die Stadt etwas Besonderes

Eine enge Verbindung zum Kino hat auch Stefan Schmalfuß, seit Mai Oberbürgermeister von Hof. Zuvor leitete er fast 30 Jahre lang das Central-Kino, einen wichtigen Spielort der Filmtage. Er hebt vor allem das gute Miteinander hervor: In den Lokalen der Stadt komme man leicht mit Filmschaffenden ins Gespräch. Auch die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Festival funktioniere seit Jahrzehnten gut. Die Filmtage seien längst ein Aushängeschild Hofs.

Wissenswertes zum Festival

Die Internationalen Hofer Filmtage wurden 1967 gegründet und dauerten anfangs nur zweieinhalb Stunden. Heute umfasst das Festival sechs Tage und zeigt rund 130 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme aus Deutschland und vielen anderen Ländern.

Eröffnet wird die diesjährige Ausgabe mit „Zoey & Ben“ von Alexander Conrads sowie dem Kurzfilm „Chéri on top“ von Liselotte Séchet. Darüber hinaus stehen Preisverleihungen, Diskussionsrunden zum Kino und auch ein Fußballspiel zwischen Filmschaffenden und einer Mannschaft aus Hof auf dem Programm.

Blick in die Zukunft

Trotz wachsender Konkurrenz durch Streamingdienste sieht Schaumann weiterhin eine wichtige Rolle für Festivals wie Hof. Zwar bringe Streaming Filme bequem zu den Menschen nach Hause, doch das gemeinsame Erlebnis im Kinosaal könne es nicht ersetzen – besonders nicht die besondere Stimmung bei Premieren.

Für ihn ist klar: Kultur ist kein Luxus, den man sich nur in guten Zeiten leistet. Gerade deshalb seien Orte wie die Hofer Filmtage auch in Zukunft unverzichtbar.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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