Bayern

Mikrozensus: Darum kommen die meisten Einwanderer

Jeder Vierte in Bayern hat Migrationshintergrund – doch die neuen Zahlen zeigen Überraschendes über Herkunft und Zuzugsgründe.

10.06.2026, 12:41 Uhr

Seit 2010 sind die meisten Menschen mit Einwanderungsgeschichte aus beruflichen Gründen nach Bayern gekommen. Das geht aus einer ersten Auswertung des Mikrozensus hervor, wie das Landesamt für Statistik in Fürth mitteilte. Demnach lebten im Jahr 2025 rund 3,5 Millionen Menschen mit Einwanderungsgeschichte im Freistaat. Damit ist etwa jede vierte Person entweder selbst eingewandert oder stammt von zwei zugewanderten Eltern ab.

Nach den Angaben gehören rund 2,7 Millionen Menschen zur ersten Einwanderergeneration, weitere 789.000 zur zweiten Generation. Die Mehrheit von ihnen hat ihre Wurzeln in Europa.

Verschiedene Zuwanderungsphasen seit 1950

Mit Blick auf die jeweiligen Zuzugsjahre zeigen sich laut Statistikamt unterschiedliche Entwicklungen. Die Zeit von 1950 bis 1989 war demnach vor allem von den sogenannten Gastarbeitern geprägt. Zwischen 1990 und 2013 bestimmten vor allem die Zuwanderung von (Spät-)Aussiedlern das Bild. In den vergangenen elf Jahren standen hingegen Arbeitsmigration aus Mittel- und Osteuropa, die Fluchtbewegung ab 2015 sowie die Aufnahme Schutzsuchender aus der Ukraine seit 2022 im Vordergrund.

Rund die Hälfte kam erst nach 2010

Von den 2,7 Millionen seit 1950 eingewanderten Menschen, die heute in Bayern leben, kam etwa jeder Zweite erst nach 2010 nach Deutschland. Seitdem nannten rund 30 Prozent die Aufnahme einer Arbeit als wichtigsten Grund für die Einreise. In den Jahren davor lag dieser Anteil noch bei 16 Prozent. Etwa ein Viertel zog im Rahmen der Familienzusammenführung zu, früher waren es 43 Prozent. Flucht oder Vertreibung gaben 19 Prozent als Hauptmotiv an, verglichen mit 10 Prozent in früheren Zeiträumen.

Deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen

Auch nach Geschlecht zeigen sich Unterschiede: Unter den seit 2010 zugewanderten Männern nannten 37 Prozent die Arbeit als wichtigsten Einreisegrund. Bei den Frauen lag dieser Wert bei 22 Prozent. Umgekehrt spielte bei Frauen die Familienzusammenführung mit 31 Prozent eine größere Rolle als bei Männern, bei denen der Anteil bei 20 Prozent lag.

Mehr als 70 Prozent der Eingewanderten, die wegen Familiennachzugs oder zur Familiengründung nach Deutschland kamen, stammen aus europäischen Staaten.

Europa bleibt wichtigste Herkunftsregion

Insgesamt gilt: Die Mehrheit der Menschen mit Einwanderungsgeschichte in Bayern ist entweder selbst in Europa geboren oder hat Eltern, die aus einem europäischen Land stammen. Mehr als die Hälfte davon kommt aus einem Mitgliedstaat der Europäischen Union. Weitere 23 Prozent haben ihre Herkunft in Asien, vier Prozent in Afrika und drei Prozent in Amerika.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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