Bayern

Jetzt Anklage nach Attacke aufs Konsulat

Steinwurf aufs israelische Konsulat, Rucksack-Alarm, Großaufgebot: Warum ein 24-Jähriger jetzt vor Gericht landen könnte.

10.06.2026, 10:54 Uhr

Anklage nach Angriff auf israelisches Generalkonsulat in München

Nach Steinwürfen auf das israelische Generalkonsulat in München und einem umfangreichen Polizeieinsatz hat die Generalstaatsanwaltschaft München Anklage gegen einen 24 Jahre alten Mann erhoben. Ihm werden Störung des öffentlichen Friedens, Sachbeschädigung sowie ein besonders schwerer tätlicher Angriff auf Polizeibeamte zur Last gelegt.

Nach Einschätzung der Ermittler soll der Beschuldigte eine verfestigte israelfeindliche Einstellung haben. Ob es tatsächlich zu einem Gerichtsverfahren kommt, muss nun das Landgericht München I im Rahmen der Entscheidung über die Zulassung der Anklage klären. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.

Den Vorwürfen zufolge soll der Mann im März mit faustgroßen Steinen die Fassade des Gebäudes beworfen haben. Anschließend habe er seinen Rucksack abgestellt und „Allahu Akbar“ gerufen. Die Ermittler nehmen an, dass er den herbeigeeilten Polizisten damit den Eindruck vermitteln wollte, ein tödlicher Sprengstoffanschlag stehe bevor.

Spezialkräfte und Roboter im Einsatz

Erst nachdem Spezialisten den zurückgelassenen Rucksack untersucht hatten, konnte Entwarnung gegeben werden. Dabei wurde auch ein Roboter eingesetzt, um den Gegenstand zu röntgen und mögliche Gefahren auszuschließen.

Bei der Festnahme soll der 24-Jährige außerdem nach den Beamten getreten und ihnen Kopfstöße versetzt haben. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft wurde dabei jedoch niemand verletzt.

Zunächst wurde der Mann wegen akuter Gefahr für sich selbst und andere in ein Krankenhaus gebracht. Danach kam er vorläufig in Untersuchungshaft. Ein Sachverständigengutachten kam später allerdings zu dem Ergebnis, dass bei ihm von verminderter Schuldfähigkeit auszugehen sei. Deshalb wurde er inzwischen erneut in einer Klinik untergebracht.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen