Mehrere tödliche Badeunfälle in Bayern am Wochenende
Am Wochenende sind bei Badeunfällen in Bayern mehrere Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Polizei handelte es sich bei den Opfern vor allem um Männer unter 30 Jahren. Manche von ihnen konnten nicht schwimmen.
Ein 22-Jähriger starb bei einem Badeausflug mit Kollegen am Tegernsee in Oberbayern. Laut Polizei konnte der junge Mann nicht schwimmen und hielt sich deshalb eigentlich nur im flachen Uferbereich auf. Dort verloren ihn seine Begleiter jedoch zeitweise aus den Augen.
Zwei Schwimmer meldeten später in der Nähe eines Anlegestegs eine Person in Not. Wasserretter suchten sofort nach dem Mann, fanden ihn rund 30 Minuten später und bargen ihn. Die Wiederbelebungsversuche blieben jedoch erfolglos.
Schwimmanfänger geht allein noch einmal ins Wasser
Auch nahe Augsburg kam ein junger Mann in einem Badesee ums Leben. Der 20-Jährige, der als Schwimmanfänger galt, war zunächst mit einem Freund im Weitmannsee in Kissing im Landkreis Aichach-Friedberg baden. Nachdem beide das Wasser verlassen hatten, ging der Mann allein noch einmal in den See und ging unter.
Rettungskräfte der DLRG suchten sofort mit einem Boot nach ihm und konnten den 20-Jährigen noch bergen. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht, starb dort aber.
Bereits am Freitag war zudem ein 24-Jähriger in einem See im Landkreis Coburg tödlich verunglückt.
Viel Arbeit für Rettungskräfte im Landkreis Regensburg
Im Landkreis Regensburg wird ein 29-Jähriger weiterhin vermisst. Er war am Sonntag gemeinsam mit einem 30-Jährigen auf einem Stand-up-Paddling-Board auf dem Guggenberger See unterwegs, als beide das Gleichgewicht verloren und ins Wasser fielen. Während der 30-Jährige sofort wieder auftauchte, blieb sein Begleiter verschwunden.
Die Suche wurde am Sonntag nach mehreren Stunden zunächst erfolglos abgebrochen. Auch am Montag wurde der Vermisste trotz eines Drohneneinsatzes nicht gefunden. Für Dienstag wurde ein weiterer Suchversuch angekündigt.
Am Guggenberger See kam es am Sonntag noch zu weiteren Rettungseinsätzen. Ein 35-Jähriger ging beim Baden unter, wurde bewusstlos aus dem Wasser geholt und erfolgreich reanimiert. Anschließend kam er in ein Krankenhaus.
Außerdem rückte die DLRG aus, um einem 24-Jährigen zu helfen, der sich nicht mehr eigenständig aus dem Wasser begeben konnte. Ihm war beim Schwimmen die Kraft ausgegangen. Er hielt sich an einer Boje fest und machte so auf sich aufmerksam.
In Regensburg retteten zwei Helfer zudem einen 32-Jährigen aus der Donau, nachdem dieser in einen Wasserstrudel geraten war.
Tödlicher Unfall nach nächtlichem Freibadbesuch
Im niederbayerischen Hohenthann endete ein nächtlicher Freibadbesuch für einen 20-Jährigen tödlich. Nach Polizeiangaben war er mit einer Gruppe junger Männer über einen Zaun auf das Gelände geklettert. Vermutlich zog er sich bei einem Sprung ins Becken schwere Verletzungen zu.
Der Mann wurde zunächst notärztlich versorgt und in eine Klinik gebracht, wo er einige Stunden später starb.
Die Polizei geht von einem tragischen Unglücksfall aus. Alkohol könnte nach Angaben eines Sprechers möglicherweise ebenfalls eine Rolle gespielt haben. Nähere Angaben dazu wurden nicht gemacht.
Der Vorsitzende des bayerischen Landesverbands der Schwimmmeister, Ralf Großmann, warnte vor solchen nächtlichen Aktionen. Müdigkeit, Alkohol, Gruppendynamik und Selbstüberschätzung könnten dazu führen, dass gefährliche Entscheidungen getroffen werden. Gerade nachts sei im Ernstfall oft niemand da, der sofort helfen könne.
DLRG warnt vor falscher Risikoeinschätzung
Nach Angaben der DLRG waren bereits im vergangenen Sommer in Bayern deutlich mehr Männer als Frauen unter den Badetoten. DLRG-Präsidentin Ute Vogt erklärte, gerade bei männlichen Jugendlichen und jungen Männern seien Übermut und Selbstüberschätzung weit verbreitet. Auch Alkoholkonsum sei immer wieder mitursächlich für schwere Unglücke. Ältere Menschen überschätzten dagegen häufig ihren Fitness- und Gesundheitszustand.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion