Bayern

Gericht stoppt Frankenwaldbrücken – vorerst!

Mega-Projekt im Frankenwald vor dem Aus? Nach einem ersten Gerichtsbeschluss schwinden die Chancen für die spektakulären Hängebrücken.

27.08.2026, 11:34 Uhr

Gericht stoppt Bau der Frankenwaldbrücken vorläufig

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat den geplanten Bau der Frankenwaldbrücken bei Hof in einem Eilverfahren vorerst gestoppt. Für den Bund Naturschutz ist das ein Etappensieg im Streit um die beiden geplanten Fußgänger-Hängebrücken, die im Frankenwald künftig bis zu 300.000 Besucher im Jahr anziehen sollen. Der Verband fordert nun, die Brücke über das Höllental ganz aufzugeben und stattdessen eine naturverträgliche Alternative zu entwickeln.

Nach einer ersten rechtlichen Prüfung geht das Gericht davon aus, dass der Normenkontrollantrag im Hauptverfahren voraussichtlich erfolgreich sein wird. In dem Beschluss aus München heißt es, die weitere Umsetzung des Bebauungsplans könne möglicherweise irreparable Schäden an der Natur verursachen.

Brückenprojekt über Höllental und Lohbachtal

Initiator des Großprojekts ist der Landkreis Hof. Eine der beiden Brücken soll mit einer Länge von 1030 Metern hoch über dem Höllental verlaufen und damit zur längsten Fußgänger-Hängebrücke der Welt werden. Trotz seines Namens gilt das Tal als landschaftlich besonders reizvoll. Der Landkreis wirbt für das Projekt mit dem Slogan, man könne „durch die Hölle gehen und dennoch dem Himmel so nah sein“.

Die zweite Brücke ist über dem benachbarten Lohbachtal geplant und soll 386 Meter lang werden. Zusätzlich sind ein Besucherzentrum sowie Wege und weitere Infrastruktur vorgesehen. Die konkrete Planung liegt bei der Stadt Lichtenberg und der Gemeinde Issigau, die dafür eigens einen Planungsverband gegründet hatten.

Gericht sieht rechtliche Mängel

Nach Auffassung des 9. Senats gab es bei der Planung mehrere juristische Fehler. So sei bereits die Gründung des Planungsverbands fehlerhaft gewesen. Zudem habe der Verband seine Zuständigkeiten überschritten, weil Teile des Baugebiets außerhalb des in der Satzung festgelegten Bereichs liegen.

Naturschützer drängen auf neue Lösungen

Der Bund Naturschutz und die Initiative Höllental hatten im Februar 2025 Klage gegen das Projekt eingereicht. Sie befürchten, dass der erwartete Besucherstrom das empfindliche Ökosystem mit seinen Hangschluchtwäldern und seltenen Pflanzenarten beeinträchtigen könnte. Aus Sicht des Bund Naturschutz ist vor allem der Schutz des Höllentals nicht verhandelbar.

Nach der Eilentscheidung verlangt der Verband, die Pläne für eine Hängebrücke über das Höllental zu beenden. Stattdessen solle der Landkreis gemeinsam mit Naturschutzverbänden und den Menschen vor Ort über alternative touristische Angebote sprechen.

Umsetzung des Bebauungsplans vorerst gestoppt

Durch die vorläufige Entscheidung dürfen die beteiligten Kommunen den Bebauungsplan bis zu einer endgültigen Entscheidung im Hauptsacheverfahren nicht weiter umsetzen. Ganz aufgeben will der Landkreis Hof das Projekt jedoch nicht. Landrat Oliver Bär (CSU) erklärte im Bayerischen Rundfunk, die Planung werde nun überprüft und bei Bedarf nachgebessert.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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