Vier Männer nach Geldautomatensprengungen im Süden Deutschlands angeklagt
Wegen mehrerer gesprengter Geldautomaten in Bayern und Baden-Württemberg hat die Staatsanwaltschaft München I Anklage gegen vier Männer erhoben. Den Beschuldigten im Alter zwischen 28 und 35 Jahren wird vorgeworfen, Ende 2025 in Nürtingen im Landkreis Esslingen sowie in Eppishausen und Ehekirchen drei Automaten zerstört und dabei rund 250.000 Euro erbeutet zu haben. Der entstandene Gesamtschaden soll sich auf etwa 1,3 Millionen Euro belaufen.
Nach der Explosion in Ehekirchen in Oberbayern konnten die Verdächtigen laut Ermittlern festgenommen werden. Die Männer stammen den Angaben zufolge aus den Niederlanden.
Einer der Angeklagten soll zudem an einem versuchten Angriff auf einen Geldautomaten im Dezember 2023 in Kleinaitingen im Landkreis Augsburg beteiligt gewesen sein. Ob es tatsächlich zu einem Gerichtsverfahren kommt, muss nun das Landgericht Ingolstadt entscheiden. Zuständig ist das Gericht, weil die letzte Tat in Ehekirchen stattfand.
Ermittler gehen von professionell organisierter Bande aus
Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft hatten sich die Männer in den Niederlanden zu einer Bande zusammengeschlossen, um gezielt Geldautomaten in Deutschland zu sprengen. Die Taten sollen immer nach einem ähnlichen Schema vorbereitet und ausgeführt worden sein.
Demnach habe ein Beteiligter gut erreichbare Standorte ausgespäht. Andere Mitglieder der Gruppe sollen in Garagen in den Niederlanden Sprengsätze vorbereitet haben.

Für die Taten fuhren die Männer den Ermittlungen zufolge mit leistungsstarken Fahrzeugen und gestohlenen oder gefälschten Kennzeichen nach Deutschland. Sie sollen dunkle Kleidung, Sturmhauben und Stirnlampen getragen haben. Um keine DNA-Spuren zu hinterlassen, hätten sie Hosenbeine und Ärmel mit Klebeband abgeklebt.
Fluchtwagen nach Verfolgung gestoppt
Die Sprengungen sollen jeweils zwischen 3.00 und 4.00 Uhr erfolgt sein. Laut Staatsanwaltschaft brachen die Täter die Automaten zunächst mit einem Brecheisen auf, brachten dann den Sprengstoff an und gelangten nach der Explosion an das Bargeld. Anschließend flohen sie mit einem bereitstehenden Wagen.
Nach der Tat am 22. Dezember 2025 in Ehekirchen nahm die Polizei die Verfolgung des Fluchtautos auf. Spezialkräfte konnten den Wagen schließlich rammen und stoppen.
Bei der Explosion in Ehekirchen wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft der Innenraum der Bankfiliale weitgehend zerstört. Außerdem wurden ein Imbiss, eine Fahrschule, eine Bäckerei, ein Fitnessstudio und ein Getränkemarkt so schwer beschädigt, dass sie rund drei Monate lang nicht genutzt werden konnten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber