Bayern

Flammen in der Nacht: Was am Saurüsselkopf geschah

Das Feuer ist aus – doch jetzt beginnt der härteste Teil: Versteckte Glutnester machen den Einsatz zur Geduldsprobe.

08.05.2026, 09:08 Uhr

Der Einsatz gegen den Waldbrand am Saurüsselkopf bei Ruhpolding macht zwar Fortschritte, bleibt aber weiter äußerst anspruchsvoll. Nachdem die Feuerwehr das offene Feuer am Donnerstag nach mehreren Tagen unter Kontrolle gebracht und schließlich gelöscht hatte, konzentrieren sich die Arbeiten nun auf zahlreiche verbliebene Glutnester. Der Einsatz läuft nach Angaben des Landratsamts Traunstein planmäßig weiter.

Viele dieser Glutnester sitzen tief im Wurzel- und Bodenbereich. Sie müssen deshalb mühsam per Hand freigelegt und gezielt abgelöscht werden. Die Einsatzkräfte sind dabei in steilem, schwer zugänglichem Gelände unterwegs und teils nur zu Fuß erreichbar. In schwierigen Abschnitten kommen alpine Sicherungen zum Einsatz.

Aufwendige Nachlöscharbeiten im Gelände

Unterstützt werden die Bodentrupps von der Bergwacht. Sie beurteilt nach Behördenangaben, welche Bereiche sicher begehbar sind, und begleitet Einsatzkräfte in besonders anspruchsvollem Terrain. Auch Hubschrauber, Drohnen und Bodentrupps arbeiten weiterhin abgestimmt zusammen. Vor allem die Drohnenaufklärung soll helfen, schwer erreichbare Brandstellen zu erkennen und die weiteren Maßnahmen zu priorisieren.

Bereits zuvor hatte Hubert Hobmaier, Sprecher des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein, die Belastung dieser Einsatzphase beschrieben. Demnach ist das Freilegen und Ablöschen der Glutnester der besonders kräftezehrende Teil der Arbeit. Die Helfer bewegen sich mit voller Ausrüstung und zusätzlichem Wasser durch das schwierige Gelände an dem 1.270 Meter hohen Berg.

Weiterhin Rauchgeruch in Ruhpolding

Vor allem in Ruhpolding ist derzeit noch Rauch- und Brandgeruch wahrnehmbar. Das Landratsamt rät in diesem Fall dazu, Fenster und Türen geschlossen zu halten, Lüftungs- und Klimaanlagen möglichst auszuschalten und vorsorglich weniger Zeit im Freien zu verbringen. Menschen mit Atemwegserkrankungen sollten besonders aufmerksam sein.

Wetterlage bleibt problematisch

Sorge bereitet den Behörden weiterhin das Wetter. Für das Wochenende werden trockene, warme und windige Bedingungen erwartet. Dadurch könnten unterirdische Glutnester jederzeit erneut aufflammen. Die Nachlöscharbeiten werden daher nach Einschätzung des Landratsamts noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Zeitweise waren fast 300 Einsatzkräfte an den Löscharbeiten beteiligt.

Bundeswehr-Einsatz verlängert, Sperrungen bleiben bestehen

Der Einsatz der Bundeswehr wurde zunächst bis kommenden Montag verlängert. Auch das bestehende Betretungsverbot sowie die Straßensperre auf der B305 bleiben dem Landratsamt zufolge voraussichtlich mindestens bis Anfang der kommenden Woche bestehen. Viele Brandstellen seien weiterhin nur schwer oder teilweise gar nicht erreichbar.

Der Brand war am Sonntagabend entdeckt worden. Nach Einschätzung von Bayerns Forstministerin Michaela Kaniber (CSU) gehört das Feuer zu den größten Waldbränden, die Bayern in den vergangenen Jahrzehnten erlebt hat. Für die Bevölkerung bestand jedoch zu keiner Zeit eine unmittelbare Gefahr. Wodurch der Brand ausgelöst wurde, ist weiterhin unklar.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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