Die Junge Union in Oberbayern spricht sich für verpflichtende Deutschförderung bei Schülerinnen und Schülern mit festgestellten Sprachproblemen aus. In der sogenannten „Obinger Erklärung“ verlangt der Verband, standardisierte Sprachtests deutlich auszuweiten – und zwar bis in die Mittelstufe hinein. Wer Defizite habe, solle nach einem verbindlichen Förderplan an intensiven Deutschkursen teilnehmen, die in den Schulferien mindestens drei Wochen dauern sollen. Aus Sicht der JU dürfe der Staat nicht akzeptieren, dass Kinder ohne ausreichende Deutschkenntnisse im Unterricht kaum Chancen hätten.
Bußgelder bei unentschuldigtem Fehlen
Nach dem Willen der CSU-Nachwuchsorganisation soll die Teilnahme an den Kursen nicht freiwillig sein. Wer ohne Entschuldigung fernbleibt, verletze die Schulpflicht und müsse mit einem Bußgeld rechnen. In der Erklärung heißt es sinngemäß, Förderung sei ohne Verbindlichkeit nicht wirksam; wer bessere Chancen wolle, müsse auch Pflichten übernehmen.
Der oberbayerische JU-Bezirksvorsitzende Josef Rohrmoser betonte, Bildung sei der wichtigste Rohstoff Bayerns. Dieser entwickle sich jedoch nicht von allein. Nötig seien klare Erwartungen, Leistungsbereitschaft und ein Staat, der Probleme erkenne und konsequent handle, anstatt Schwächen zu beschönigen.
Weitere Forderungen zu Schule und Gesundheit
Neben der Sprachförderung fordert die Junge Union auch das Ende automatischer, nicht näher begründeter Stundenkürzungen nach Altersstufen. Zudem spricht sie sich für verbindlichere Leistungsstandards an allen Schularten aus.
Auch die Gesundheit von Schülerinnen und Schülern spielt in dem Papier eine Rolle. Die JU verlangt mehr Unterstützung durch Schulpsychologen, inklusive einfacher digitaler Terminvergabe. Darüber hinaus soll es mehr Sportunterricht und zusätzliche Bewegungsangebote geben. In Schulmensen und Kiosken wünscht sich der Verband außerdem ein größeres Angebot an ökologischen Produkten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion