Bayern

Fahrgast fuhr Bus: Fahrer sofort gefeuert

Fahrgast am Steuer eines Linienbusses: Nach dem Bamberg-Skandal greift der Arbeitgeber des Fahrers jetzt hart durch.

07.05.2026, 14:09 Uhr

Die Stadtwerke Bamberg haben einem Busfahrer fristlos gekündigt, nachdem dieser einem Fahrgast das Steuer eines Linienbusses überlassen hatte. Nach Angaben des Unternehmens sei das Vertrauensverhältnis endgültig zerstört. Geschäftsführer Michael Fiedeldey erklärte, der Fahrer habe mit seinem Verhalten nicht nur die Arbeit seiner Kolleginnen und Kollegen in Verruf gebracht, sondern auch dem Ansehen der Stadtwerke erheblichen Schaden zugefügt.

In der Nähe des Zentralen Omnibusbahnhofs soll der Fahrer einen Passagier auf den Fahrersitz gelassen haben, obwohl sich weitere Menschen im Bus befanden. Während der kurzen Fahrt bremste der Fahrgast plötzlich stark ab. Dabei wurden nach Polizeiangaben zwei Mitfahrende leicht verletzt; sie erlitten Prellungen.

Harte Folgen für den Fahrer

Für den etwa 30 Jahre alten Busfahrer hat der Vorfall schwerwiegende Konsequenzen. Bereits am Freitagnachmittag, noch während des Polizeieinsatzes, wurde er vom Dienst entbunden. Nun teilten die Stadtwerke mit, dass sein Arbeitsverhältnis außerordentlich und mit sofortiger Wirkung beendet werde. Auch der Betriebsrat trage diese Entscheidung mit. Zusätzlich erhielt der Mann ein Hausverbot.

Darüber hinaus kündigte das Unternehmen weitere rechtliche Schritte gegen den Fahrer und den beteiligten Fahrgast an. Auch die Polizei ermittelt gegen beide. Dem Passagier werden Fahren ohne Fahrerlaubnis sowie fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen. Gegen den eigentlichen Busfahrer laufen Ermittlungen wegen möglicher Verstöße gegen das Straßenverkehrsgesetz und das Strafgesetzbuch.

Warum es überhaupt zu dem Wechsel hinter dem Lenkrad kam, ist bislang nicht geklärt. Ein Sprecher der Stadtwerke sagte, genau diese Frage könne derzeit niemand beantworten. Zwar habe es eine Anhörung durch die Personalabteilung gegeben, doch ein Motiv sei daraus nicht ersichtlich geworden. Unklar sei auch, in welcher Beziehung die beiden zueinander standen und ob die Aktion abgesprochen war. Für die bereits getroffenen Konsequenzen spiele das jedoch letztlich keine entscheidende Rolle.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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