Bayern reagiert auf die knappe Versorgung mit Bio-Futtermitteln und erlaubt Öko-Betrieben unter bestimmten Voraussetzungen vorübergehend den Einsatz konventioneller Alternativen. Das Landwirtschaftsministerium teilte mit, die unzureichende Versorgung infolge der diesjährigen Dürre sei als Katastrophenfall im Sinne des EU-Öko-Rechts eingestuft worden. Damit können Ausnahmen für den Zukauf herkömmlicher Futtermittel genehmigt werden.
Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) erklärte, dass bei wochenlang ausbleibendem Regen selbst hochwertiges Futter nicht mehr ausreichend nachwachse. Besonders für Bio-Höfe werde das problematisch, wenn die eigenen Reserven zur Neige gingen und zugleich am Markt zu wenig ökologisches Grundfutter verfügbar sei. In einer solchen Lage brauche es praktikable Lösungen.
Die Sonderregelung gilt laut Ministerium allerdings nur für Raufutter und Feldfutter, also etwa Heu oder Silage. Kraftfutter muss weiterhin vollständig aus ökologischer Erzeugung stammen. Außerdem ist ein Nachweis erforderlich, dass kein vergleichbares Bio-Futter am Markt erhältlich ist.
Deutlich zu wenig Niederschlag
Bevor Bio-Betriebe konventionelles Futter zukaufen dürfen, müssen sie dies bei der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft beantragen. Das Ministerium empfiehlt den Landwirten zudem, sich mit ihren Bio-Verbänden oder Molkereien abzustimmen, da dort möglicherweise weiterhin zusätzliche Vorgaben gelten.
Grundlage für die Entscheidung ist eine Auswertung der Niederschläge. Demnach lagen die Regenmengen von März bis einschließlich Juli 2026 in Bayern klar unter dem langjährigen Durchschnitt. In Verbindung mit längeren Hitzephasen habe dies in allen Landesteilen zu einer ausgeprägten Dürre geführt, so das Ministerium.
Nach Einschätzung der Behörden reicht das Angebot an Bio-Grundfutter derzeit in ganz Bayern nicht aus. Deshalb gilt die Ausnahmeregelung landesweit und nicht nur für einzelne Regionen. Sie bleibt bestehen, bis sich die Versorgung wieder entspannt, längstens jedoch für zwölf Monate.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber