Wirtschaft

IAV-Deal: Jobs weg, Standorte gerettet?

IAV sichert seine Standorte bis 2028 – doch über 2.000 Jobs wackeln weiter. Was der neue Tarifvertrag wirklich bedeutet.

07.08.2026, 16:00 Uhr

Zukunftstarifvertrag sichert IAV-Standort in Berlin vorerst

Der Berliner Standort des Autozulieferers IAV in Charlottenburg bleibt zunächst erhalten. Wie die IG Metall mitteilte, haben Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertretung einen Zukunftstarifvertrag geschlossen. Dieser schließt betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2028 aus und sichert zugleich den Fortbestand aller Standorte.

Nach Angaben von IAV sollen die einzelnen Standorte bis Ende März 2027 verbindliche Festlegungen zu ihrer Auslastung und strategischen Rolle erhalten. Für Berlin ist demnach die Funktion als Zentrum für Kernkompetenzen und IT-Hub vorgesehen. Der Standort Gifhorn in Niedersachsen soll als Entwicklungszentrum ausgebaut werden. Auch Stollberg in Sachsen soll weiterhin Teil des Standortverbunds bleiben.

Trotzdem sollen mehr als 2.000 Jobs wegfallen

Nicht verhindern konnte die IG Metall jedoch den angekündigten Stellenabbau. Bis Ende 2027 soll die Zahl der Beschäftigten an den deutschen Standorten von derzeit rund 5.000 auf 2.970 sinken. Laut Unternehmen soll dieser Abbau über Freiwilligen- und Anspracheprogramme erfolgen. Nach Gewerkschaftsangaben arbeiten derzeit etwa 1.250 Menschen in Berlin und rund 800 in Stollberg bei Chemnitz.

Der Einigung waren umfangreiche Proteste vorausgegangen. Hunderte Beschäftigte hatten in Berlin und am Standort Gifhorn demonstriert. IAV-Chef Jörg Astalosch erklärte, die gefundene Lösung sei hart erarbeitet worden und habe allen Beteiligten viel abverlangt.

IG-Metall-Bezirksleiter Jan Otto wertete die Einigung als Beleg für die Wirkung geschlossener Belegschaften. Zugleich kritisierte er, das Management habe Vorschläge der Beschäftigten zu neuen Geschäftsfeldern nicht ernsthaft aufgegriffen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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