Am Flughafen München ist der Flugverkehr am Samstagmorgen nach einer mutmaßlichen Drohnensichtung für etwa eine Stunde unterbrochen worden. Wie ein Sprecher des Airports mitteilte, wurden Starts und Landungen nach einer verdächtigen Sichtung gegen 9.00 Uhr ausgesetzt. Gegen 10.05 Uhr wurde der Alarm wieder aufgehoben, nachdem bei den Kontrollen nichts Verdächtiges entdeckt worden war.
Zwei Piloten melden verdächtige Sichtung
Nach Angaben der Bundespolizei hatten zwei Piloten unabhängig voneinander um 9.03 Uhr eine verdächtige Wahrnehmung gemeldet. Beide berichteten demnach von einer mutmaßlichen Drohne. Daraufhin überprüften die Einsatzkräfte die Lage, unter anderem mit einem Polizeihubschrauber. Zudem durchsuchten Kräfte von Bundes- und Landespolizei das gesamte Areal weiträumig.
Da bei der Kontrolle nichts Verdächtiges festgestellt wurde, konnte die Sperrung wieder aufgehoben werden. Der Flugverkehr lief anschließend wieder an. Beide Start- und Landebahnen sind inzwischen wieder freigegeben.
26 Flüge mussten ausweichen
Wegen der Unterbrechung konnten insgesamt 26 Maschinen zunächst nicht in München landen und wurden zu anderen Flughäfen umgeleitet. Nach Angaben des Flughafens wichen die Flugzeuge unter anderem nach Stuttgart, Nürnberg, Frankfurt, Linz, Salzburg und Leipzig aus. Die meisten Maschinen konnten danach zügig weiter nach München fliegen.
Flugzeuge, die zwischenzeitlich am Boden bleiben mussten, starteten nach und nach wieder – allerdings mit Verspätung. Durch den Vorfall verzögerten sich sowohl Ankünfte als auch Abflüge. Gegen Mittag waren laut Flughafensprecher rund 60 Flüge zwischen 30 und teils 120 Minuten verspätet.
Der Flughafen selbst war nach Angaben des Sprechers jedoch nicht komplett geschlossen. Während die beiden Start- und Landebahnen gesperrt waren, konnten Passagiere den Airport weiterhin erreichen, parken, einchecken und die Sicherheitskontrollen passieren.
Viel Betrieb in den Pfingstferien
Mitten in den Pfingstferien herrschte am Münchner Flughafen besonders reger Betrieb. Nach Angaben des Airports starten und landen an einem solchen Tag insgesamt rund 900 Flüge mit etwa 120.000 Passagieren.
Von den geplanten knapp 900 Verbindungen wurden nach Flughafenangaben zudem 40 Flüge – also Starts und Landungen zusammen – aus technischen oder operationellen Gründen annulliert. Ob diese Ausfälle mit dem Drohnenalarm in Zusammenhang standen, war zunächst unklar.
Wiederholt Drohnenalarm am Münchner Airport
Am Münchner Flughafen hatte es zuletzt mehrfach Drohnenalarm gegeben. Bereits Anfang Oktober war der Flugverkehr an zwei Abenden hintereinander wegen mutmaßlicher Drohnensichtungen gestoppt worden. Damals wurden Dutzende Flüge umgeleitet oder gestrichen, tausende Reisende waren betroffen. Einige von ihnen mussten sogar im Flughafengebäude übernachten. Auch im November hatte es dort kurzzeitig einen ähnlichen Alarm gegeben.
Auch an anderen Flughäfen waren zuletzt immer wieder mutmaßliche Drohnen gesichtet worden, teilweise mit Folgen für den Flugverkehr.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber