Ein bislang unbekannter Betrüger hat im oberbayerischen Penzberg mit einer raffinierten Vorgehensweise ein Paket an sich gebracht. Nach Angaben der Polizei sprach der Mann auf offener Straße gleich zwei Zusteller an, um gezielt an die Sendung zu gelangen. Die Ermittler vermuten, dass hinter dem Vorfall eine professionell organisierte Methode steckt.
Zusteller zunächst vergeblich angesprochen
Demnach trat der Unbekannte zuerst an einen 22 Jahre alten Postboten heran und verlangte in scharfem Ton die Aushändigung eines bestimmten Pakets. Als der Zusteller erklärte, dass sich die Sendung nicht in seinem Fahrzeug befinde, stieg der Mann wieder in einen dunkelroten Kombi und fuhr zunächst weg.
Paket schließlich aus Angst übergeben
Wenig später sprach derselbe Mann laut Polizei in derselben Straße eine 20-jährige Zustellerin an. Er forderte erneut das Paket, nannte den Namen der eigentlichen Empfängerin und zeigte auf seinem Mobiltelefon ein Foto ihres Ausweises vor. Die Zustellerin verweigerte zunächst die Übergabe auf der Straße. Weil der Mann jedoch immer aggressiver geworden sei, habe sie ihm das Paket schließlich aus Angst gegen Unterschrift ausgehändigt.
Ermittler vermuten Datenmissbrauch
Von dem Vorfall erfuhr die Polizei erst einige Stunden später. Nach ersten Erkenntnissen hatte die 56-jährige Frau aus Penzberg, an die das Paket adressiert war, die Ware gar nicht bestellt. Die Ermittler gehen daher davon aus, dass die Täter unrechtmäßig an ihre persönlichen Daten gelangt waren. Mithilfe der Sendungsverfolgung sollen sie die Lieferung dann in der Nähe der Wohnadresse abgefangen haben.
Polizei geht von organisiertem Vorgehen aus
Nach Einschätzung der Polizei handelt es sich bei den Personen vor Ort häufig nur um Mittelsmänner. Die eigentlichen Hintermänner säßen in vielen Fällen im Ausland.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion