Bayern

Dreifachmord? Jetzt steht der 38-Jährige vor Gericht

Sex-Motiv, drei Tote, zerstückelte Leiche: In Zwiesel steht ein Mann vor Gericht – die Details des Falls schockieren.

27.09.2026, 05:15 Uhr

In einem Mehrfamilienhaus in Niederbayern fanden Polizeikräfte im Juni 2025 die Leichen von zwei Frauen und einem Mann. Ein besonders verstörendes Detail: Der Oberkörper einer Frau war in einem Kühlschrank verborgen. Nach dem Stand der Ermittlungen wurden die drei Bewohner erstickt beziehungsweise erschlagen. Als mutmaßlicher Täter gilt ein 38 Jahre alter Nachbar, der sich ab Donnerstag, 1. Oktober, vor dem Landgericht Deggendorf verantworten muss.

Die Staatsanwaltschaft legt dem Mann dreifachen Mord zur Last. Nach Angaben des Gerichts soll er die beiden Frauen in seiner Wohnung getötet haben, um sich sexuell zu befriedigen. Als der Partner der zweiten Frau nach ihr suchte, soll der Beschuldigte auch ihn getötet haben.

Mehrere Mordmerkmale angeführt

Die Anklage geht laut Gericht von mehreren Mordmerkmalen aus. In allen drei Fällen werde von Heimtücke ausgegangen. Bei den beiden Frauen komme zudem die Befriedigung des Sexualtriebs hinzu. Beim zweiten und dritten Fall sieht die Staatsanwaltschaft außerdem Grausamkeit, beim männlichen Opfer zusätzlich eine Tötung zur Verdeckung einer Straftat.

Erste Frau soll zerstückelt worden sein

Nach Überzeugung der Ermittler tötete der 38-Jährige die erste Frau in seiner Wohnung, indem er sie zunächst am Hals würgte und anschließend mit einem Kabel drosselte. Das Motiv soll sexuelle Erregung gewesen sein. Danach habe er die Leiche zerteilt: Den Oberkörper soll er im Kühlschrank versteckt, die Beine in einer Sporttasche in einem Wald abgelegt haben. Zuvor hätten der Mann und die Frau gemeinsam Marihuana, Medikamente und Alkohol konsumiert.

Zweite Nachbarin ebenfalls in der Wohnung getötet

Auch die zweite Frau soll laut Anklage von dem Beschuldigten mit sexuellem Motiv getötet worden sein. Die Ermittler werfen ihm vor, ihr zunächst mit einer Bierflasche und danach mit mindestens 13 Schlägen eines Hammers auf den Kopf zugesetzt zu haben. Anschließend habe er ihren Kopf mit Frischhaltefolie umwickelt, um sie zu ersticken. Nach Angaben der Gerichtssprecherin hatte der Mann zuvor erneut Medikamente eingenommen; auch die Frau werde dem Drogenmilieu zugerechnet.

Mutmaßlicher Täter stellte sich in Österreich

Als der Lebensgefährte der zweiten Frau nach seiner Partnerin suchte, soll der Angeklagte mit einem Hammer in dessen unverschlossene Wohnung gegangen sein und ihn dort erschlagen haben. Einige Tage später fuhr der Mann den Ermittlungen zufolge nach Österreich und stellte sich dort selbst der Polizei.

Für den Prozess sind zehn Verhandlungstage vorgesehen. Geplant ist die Vernehmung von 34 Zeugen sowie fünf Sachverständigen. Eltern und Geschwister der drei Getöteten treten als Nebenkläger auf. Ein Urteil könnte am 19. November fallen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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