Bayern

Diese Wasserwacht-Tipps können Leben retten

Tödlicher Badeunfall in Unterfranken: Warum die ersten Sprünge ins kalte Wasser gefährlicher sind, als viele ahnen

26.05.2026, 13:18 Uhr

Wasserwacht Bayern mahnt zum Saisonstart zur Vorsicht

Nach dem tödlichen Badeunfall in Unterfranken warnt die Wasserwacht Bayern eindringlich vor den Risiken zu Beginn der Badesaison. Viele Menschen würden ihre Leistungsfähigkeit überschätzen oder die noch kalten Wassertemperaturen unterschätzen, sagte Landesvorsitzender Thomas Huber. Beides könne schnell gefährlich werden.

Huber betonte zudem, dass Badeunfälle nicht nur weit draußen oder bei ungeübten Schwimmern passieren. Oft ereigneten sie sich unerwartet, nahezu lautlos und in sehr kurzer Zeit. Genau das zeigte sich auch am Wochenende an einem See bei Kahl am Main: Ein 40 Jahre alter Mann verschwand dort plötzlich beim Schwimmen. Obwohl sein Begleiter sofort die anwesende Wasserwacht alarmierte, kam für den Mann jede Hilfe zu spät.

Kaltes Wasser birgt besondere Risiken

Angesichts der vielerorts noch niedrigen Temperaturen in Seen empfiehlt die Wasserwacht, nur vorsichtig ins Wasser zu gehen. Kaltes Wasser könne den Körper rasch an seine Grenzen bringen. Möglich seien Unterkühlung, Kreislaufprobleme oder sogar ein Kälteschock – auch bei Menschen, die sich fit und gesund fühlen.

Deshalb raten die Retter, sich langsam an das Wasser zu gewöhnen, Aufenthalte in kalten Gewässern kurz zu halten und die eigene Kondition gerade am Anfang der Saison realistisch einzuschätzen. Kinder sollten dabei zu keiner Zeit unbeaufsichtigt bleiben.

Im Notfall sofort Hilfe holen

Wer einen Badeunfall beobachtet, sollte umgehend professionelle Rettungskräfte verständigen. Von Rettungsversuchen im Wasser auf eigene Faust rät die Wasserwacht ab, wenn dadurch das eigene Leben in Gefahr gerät. Stattdessen sollten Helfer möglichst mit Abstand unterstützen, etwa indem sie Rettungsringe, Seile, Äste oder andere Gegenstände reichen oder zuwerfen. Hintergrund ist, dass Menschen in Panik Helfer bei direktem Kontakt unter Wasser ziehen könnten.

Nach Angaben der Wasserwacht gab es in Bayern seit Anfang Mai bereits mehrere Dutzend Einsätze, darunter auch mehrere Fälle, in denen Menschenleben gerettet wurden.

Durch die aktuell hohen Temperaturen zieht es derzeit besonders viele Menschen an Seen, Flüsse und in Freibäder. Hinzu kommen die Pfingstferien, die zusätzlich für Andrang sorgen. Für Sicherheit an vielen Badestellen im Freistaat sorgen neben der Wasserwacht des Roten Kreuzes auch Einsatzkräfte der DLRG.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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