Neue Konzertarena bei Freising soll bis 2029 eröffnen
Nahe dem Flughafen München in Freising entsteht eine neue große Konzerthalle: Die Munich Arena soll nach Angaben der Projektverantwortlichen bis 2029 fertig werden und Platz für rund 20.000 Besucherinnen und Besucher bieten. Beim Spatenstich erklärte Arena-Manager Lorenz Schmid, Ziel sei es, eine der wichtigsten Konzertarenen Europas zu schaffen.
Im Unterschied zu vielen bestehenden Hallen in Deutschland, die oft auch für Sportveranstaltungen genutzt werden, soll bei dem neuen Projekt das Prinzip „Music First“ gelten. Der Fokus liege also klar auf Konzerten, mit besonderem Wert auf Akustik, Sichtverhältnisse und moderne Bühnenmöglichkeiten.
Erste Shows ab 2029 geplant
Wenn der Zeitplan eingehalten wird, könnte 2029 das erste Konzert stattfinden. Die Betreiber denken dabei an internationale Topstars aus der Größenordnung von Coldplay. Das Projekt ist privat finanziert und umfasst ein Investitionsvolumen von mehr als 400 Millionen Euro. Auch der Unterhaltungskonzern Live Nation ist beteiligt.
Schmid verweist darauf, dass sich das Geschäft in der Musikbranche stark verändert habe. Viele Künstler verdienten heute vor allem mit Live-Auftritten ihr Geld. Deshalb wachse der Bedarf an immer größeren und technisch leistungsfähigeren Veranstaltungsorten. Bei der Vergabe großer Tourneen spielten Faktoren wie Bühnengröße, Klangqualität und gute Sicht für das Publikum eine entscheidende Rolle. Neben der Arena ist deshalb auch weitere Infrastruktur vorgesehen, darunter ein Hotel.

Folgen für Münchens bestehende Veranstaltungsorte
Aus Sicht der neuen Arena steht das Projekt nicht in direkter Konkurrenz zum Olympiastadion, das mit bis zu 70.000 Gästen deutlich größer ist. Die Verantwortlichen argumentieren, der Markt werde insgesamt wachsen. Schmid beziffert die mögliche jährliche Bruttowertschöpfung für die Metropolregion auf rund 350 Millionen Euro.
In Freising blickt man entsprechend positiv auf das Vorhaben. Oberbürgermeisterin Monika Schwind erwartet, dass künftig Gäste aus ganz Deutschland und aus dem Ausland in die Stadt kommen werden.
Anders fällt die Einschätzung in München aus. Marion Schöne, Geschäftsführerin der Olympiapark München GmbH, sieht in der neuen Halle sehr wohl starke Konkurrenz für die Olympiahalle. Diese sei seit Jahrzehnten die größte Veranstaltungshalle im Umkreis von 200 Kilometern gewesen und daher für den süddeutschen Markt besonders attraktiv. Durch den Einstieg von Live Nation rechnet Schöne damit, dass viele internationale Stars künftig eher in Freising auftreten werden. Entsprechend erwartet sie sinkende Umsätze. Zwar habe sich die Konzertbranche nach der Corona-Pandemie erholt, doch künftig müsse sich der Markt auf zwei große Standorte verteilen.
Olympiapark stellt sich auf Veränderungen ein
Trotzdem zeigt sich Schöne nicht pessimistisch. Die Olympiahalle werde sich ihrer Einschätzung nach weiterhin gut auslasten lassen, auch wenn sich die wirtschaftlichen Bedingungen verschlechtern könnten. Der Olympiapark habe schon frühere Umbrüche überstanden und werde auch diese Herausforderung bewältigen. Wichtig sei aus ihrer Sicht, dass das Open-Air-Geschäft ab 2029 wieder vollständig im dann sanierten Olympiastadion stattfindet.
Auch München hofft auf wirtschaftliche Effekte
Münchens Wirtschaftsreferent Christian Scharpf (SPD) bewertet das Projekt insgesamt positiv. Zwar hätte er eine solche Halle lieber direkt auf Münchner Stadtgebiet gesehen und räumt ein, dass es eine gewisse Konkurrenz geben werde. Dennoch erwartet er auch Vorteile für die Landeshauptstadt: Viele Konzertbesucher würden ihre Reise wohl mit einem Aufenthalt in München verbinden, was sich wiederum günstig auf Hotellerie, Gastronomie und Handel auswirken könne.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber