Fackelzug des Coburger Convents ruft erneut Proteste hervor
Beim Pfingstkongress des Coburger Convents sind zahlreiche Mitglieder von Studentenverbindungen, Landsmannschaften und Turnerschaften mit Fackeln durch die Coburger Innenstadt gezogen. Der Umzug gilt als zentraler Programmpunkt des Treffens und sorgt seit Jahren für Kritik. Auch diesmal formierten sich am Abend mehrere Gegenkundgebungen.
Nach Angaben der Polizei beteiligten sich rund 1.700 Menschen an dem Fackelzug. Zu den Protestaktionen kamen demnach etwa 700 Demonstrierende. Damit bewegte sich die Teilnehmerzahl in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Endgültige Zahlen lagen zunächst nicht vor. Die Polizei berichtete zudem von einem für solche Veranstaltungen typischen Bild an Straftaten, darunter Diebstähle und Beleidigungen.
Angriff auf Ehrenmal am Theaterplatz
Zusätzlich registrierten die Beamten einen Angriff auf ein Ehrendenkmal der Stadt Coburg am Theaterplatz. Unbekannte hätten dort Farbe und Buttersäure eingesetzt. Spuren seien gesichert worden, die Täter bislang jedoch nicht bekannt. Insgesamt sei die Lage im Vergleich zu früheren Jahren ruhiger gewesen, teilte die Polizei mit.
So beschreibt sich der Verband
Der Coburger Convent, der seit 1951 in der oberfränkischen Stadt tagt, versteht sich selbst als akademischer Zusammenschluss von Studierenden und Absolventen deutscher und österreichischer Hochschulen. Nach eigener Darstellung steht der Verband Menschen unabhängig von Herkunft, Hautfarbe oder Religion offen. Zudem betont er, weder parteipolitisch noch konfessionell gebunden zu sein. Von seinen Mitgliedern erwarte er ein Eintreten für die freiheitlich-demokratische und rechtsstaatliche Ordnung in Deutschland.
Kritik von Gegnern
Kritiker sehen das deutlich anders. Aus ihrer Sicht ist insbesondere der Fackelzug stark politisch aufgeladen. Die Initiative „Studentenverbindungen auflösen“ forderte ein Ende dessen, was sie als nationalistisches und kriegsverherrlichendes Spektakel des Coburger Convents bezeichnet.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion