Bayern

Brandanschlag auf Strommasten: Steckt Politik dahinter?

Brand an zwei Strommasten bei Garching: Jetzt ermittelt die Extremismus-Stelle – steckt mehr hinter der Sabotage?

26.05.2026, 13:24 Uhr

Ermittlungen nach Brand an Hochspannungsmasten bei Garching ausgeweitet

Nach dem Feuer an zwei Hochspannungsmasten bei Garching hat die bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus die Ermittlungen übernommen. Wie ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft München auf Anfrage mitteilte, sprechen sowohl das Tatobjekt als auch die Art der Ausführung für eine politische Motivation. Zugleich werde in alle Richtungen ermittelt, auch mögliche Verbindungen zu früheren Vorfällen würden geprüft.

Unbekannte Täter hatten in der Nacht zu Montag die beiden Strommasten nahe München in Brand gesetzt. Schon kurz danach erklärte Innenminister Joachim Herrmann (CSU), die bisherigen Erkenntnisse deuteten klar auf Sabotage hin. Beide Brände konnten rasch gelöscht werden. Dennoch waren nach Angaben des Netzbetreibers Bayernwerk in Ismaning, Aschheim, Finsing, Neuching und Moosinning rund 15.000 Haushalte etwa 45 Minuten lang ohne Strom. Zunächst übernahm der Staatsschutz die Ermittlungen.

„Angriffe gefährden Versorgungssicherheit“

Der Vorstandsvorsitzende von Bayernwerk warnte, Angriffe auf kritische Infrastruktur gefährdeten die Stabilität der Stromversorgung und damit auch die Versorgungssicherheit für Bevölkerung, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen in Bayern. Der Netzbetreiber arbeite intensiv daran, die Energieinfrastruktur besser zu schützen und widerstandsfähiger zu machen. Einen vollständigen Schutz gegen extreme Gewalt werde es jedoch letztlich nicht geben. Umso wichtiger sei es, im Ernstfall schnell reagieren zu können.

In den vergangenen Jahren waren im Raum München wiederholt Einrichtungen der kritischen Infrastruktur Ziel von Brandanschlägen. Im Mai 2021 kam es etwa zu einem größeren Stromausfall in der Landeshauptstadt, nachdem in einer Baugrube offenbar vorsätzlich ein Feuer gelegt worden war. Dabei wurden rund 50 Mittelspannungskabel zerstört. Viele dieser Taten ordnen die Ermittler dem linksextremen Spektrum zu, ohne bislang konkrete Verdächtige eindeutig überführen zu können.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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