Nach Kostenkritik: Chef des Bremer Jobcenters abberufen
Nach massiver Kritik an nahezu einer Million Euro Kosten für einen Besprechungsraum ist der Geschäftsführer des Bremer Jobcenters mit sofortiger Wirkung abberufen worden. Wie Arbeitsagentur und Arbeitsressort mitteilten, wurde Thorsten Spinn von der Trägerversammlung umgehend von seinen Aufgaben entbunden.
Auslöser war der sogenannte „Kreativraum“, der inklusive Designermobiliar rund 906.000 Euro gekostet haben soll. Nach Einschätzung der Trägerversammlung steht diese Summe in keinem angemessenen Verhältnis. Zudem erklärte das Gremium, über die Ausgaben nicht informiert gewesen zu sein. Weitere 293.000 Euro flossen demnach in einen zusätzlichen Raum für ein Projekt zur Förderung von Frauen im Berufsleben.
Bremens Arbeitssenatorin Claudia Schilling reagierte mit deutlicher Kritik. Die bisher bekannten Informationen hätten das Vertrauen der Träger in die Leitung des Jobcenters nachhaltig beschädigt, erklärte die SPD-Politikerin. Deshalb sei die Abberufung Spinns notwendig gewesen.
Die Trägerversammlung, in der Vertreter des Jobcenters sowie des Arbeits- und Finanzressorts sitzen, kündigte an, nun auch weitere organisatorische, personelle und haushaltsrechtliche Folgen zu prüfen. Der Vorgang solle umfassend aufgearbeitet werden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion