Baden-Württemberg

Opernzauber daheim: ZDF zeigt Bregenz‘ «Traviata»

Bregenz zeigt Verdis „La traviata“ auf spektakulärer Seebühne – und Sie können das Opern-Highlight ganz ohne Bodensee erleben.

23.07.2026, 05:58 Uhr

Das ZDF bringt die neue Produktion der Bregenzer Festspiele direkt zum Publikum nach Hause: Giuseppe Verdis Oper „La traviata“ in der Inszenierung von Damiano Michieletto und mit einem Bühnenbild von Paolo Fantin ist vom 26. Juli bis 27. Oktober im Streaming-Angebot des Senders abrufbar. Zusätzlich zeigt das ZDF am Sonntag, 26. Juli, ab 22.15 Uhr eine 100-minütige Fernsehfassung.

„La traviata“ gehört zu den berühmtesten Werken der Opernliteratur. Die Uraufführung im Jahr 1853 im venezianischen Teatro La Fenice ging als einer der großen Opernskandale in die Musikgeschichte ein.

Im Zentrum steht Violetta Valéry, eine Pariser Kurtisane, die sich kompromisslos auf die Liebe einlässt und daran zerbricht. Die Geschichte bewegt sich zwischen Sehnsucht, dem Wunsch nach Freiheit und der Kälte gesellschaftlicher Konventionen. Verdi griff dafür den 1848 erschienenen Roman „Die Kameliendame“ von Alexandre Dumas dem Jüngeren auf.

Handlung in die 1920er Jahre verlegt

Für die neue Bregenzer Deutung siedelt Regisseur Damiano Michieletto das Geschehen in den Roaring Twenties an. Nach Angaben der Festspiele orientiert sich die Inszenierung am schillernden Kosmos der Great-Gatsby-Ära und zeigt Violetta in einer Welt voller Exzess, in der vieles möglich scheint – nur echte Liebe nicht.

Markantestes Element des Bühnenbilds ist ein beweglicher Spiegel, der sich mehr als 25 Meter in die Höhe erhebt. Musikalisch begleitet wird die Produktion von den Wiener Symphonikern unter der Leitung des ukrainischen Dirigenten Kirill Karabits. Dazu kommen ein internationales Solistenensemble, der Bregenzer Festspielchor und der Prager Philharmonische Chor auf der Seebühne.

Große Spiegelwand als Symbol für Zerbrechlichkeit

Für die Inszenierung, die auch 2026 und 2027 in Bregenz gezeigt werden soll, wurde eine monumentale, zerbrochen wirkende Spiegelkonstruktion geschaffen. Sie steht sinnbildlich für Verletzlichkeit und drohendes Unheil. Insgesamt bestehen rund 700 Quadratmeter der Anlage aus 86 Spiegelelementen. Viele davon sind beweglich und dienen zugleich als Projektionsflächen.

Bis Ende August rechnen die Veranstalter mit etwa 188.000 Besuchern. Geplant sind 28 Aufführungen, bei denen jeweils rund 6.700 Zuschauer unter freiem Himmel Platz finden. Hinter den Kulissen sorgen zahlreiche Mitarbeiter dafür, dass die Vorstellungen auch bei Wind, Regen oder Gewitter möglichst störungsfrei über die Bühne gehen.

Nach jeweils zwei Spielzeiten wird die aufwendige Seebühne fast vollständig abgebaut und für die nächste Produktion neu gestaltet.

In den beiden vergangenen Saisons war in Bregenz Carl Maria von Webers „Der Freischütz“ zu sehen. Davor standen Puccinis „Madama Butterfly“ und Verdis „Rigoletto“ auf dem Programm.

Für die Jahre 2028 und 2029 ist bereits die nächste Produktion angekündigt: Richard Wagners „Der fliegende Holländer“ in einer Inszenierung von Yuval Sharon mit einem Bühnenbild von Es Devlin.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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