Die zunächst aus dem Programm gestrichene Eröffnungs-Pressekonferenz der Filmfestspiele von Venedig soll nun doch stattfinden. Eine Sprecherin des Festivals bestätigte damit einen entsprechenden Bericht des US-Branchenmagazins Deadline. Zuvor hatten die Organisatoren den Termin, bei dem sich die Jury traditionell den Fragen der Medien stellt, nicht im offiziellen Ablauf geführt.
Die zwischenzeitliche Streichung hatte bei Festivalgästen und Beobachtern für Irritationen und Kritik gesorgt. Zugleich kamen Spekulationen auf, die Entscheidung könne mit den zuletzt stark politisierten Auftakt-Pressekonferenzen bei großen Filmfestivals zusammenhängen. Die Pressestelle des Festivals wies das jedoch zurück und nannte stattdessen einen Terminkonflikt als Grund.
Politische Debatten hatten zuletzt für Spannungen gesorgt
Eine Jury-Pressekonferenz zum Festivalbeginn gehört in Venedig ebenso wie in Cannes oder Berlin eigentlich zum festen Standard. Im vergangenen Jahr war Jury-Präsident Alexander Payne zum Auftakt in Venedig auf den Gaza-Konflikt angesprochen worden und geriet dabei in Erklärungsnöte.
Auch bei der Berlinale wurde die Jury-Pressekonferenz im Februar zum Ausgangspunkt breiter politischer Debatten über den Gaza-Krieg, die das Festival über Tage prägten. Am Ende standen ein offener Brief, Proteste und zahlreiche Stellungnahmen. Jury-Präsident Wim Wenders hatte damals auf eine entsprechende Frage erklärt, Filmschaffende müssten sich aus der Politik heraushalten und seien eher ein Gegengewicht zur Politik.
Die 83. Filmfestspiele von Venedig beginnen am Mittwoch und laufen bis zum 12. September. Die Jury-Pressekonferenz ist nun für 12.00 Uhr angesetzt, die Eröffnungs-Gala startet am Abend um 19.00 Uhr.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber