Chiasso führt Wasserspülpflicht für Hundeurin ein
In der Tessiner Grenzgemeinde Chiasso sollen Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer ab August nicht mehr nur den Kot ihrer Tiere beseitigen, sondern auch Urin auf öffentlichen Flächen mit Wasser verdünnen und wegspülen. Wer dabei zunächst erwischt wird, soll in den ersten Wochen verwarnt werden. Danach kann eine Geldstrafe von 100 Franken fällig werden.
Nach Angaben von Stadtschreiber Umberto Balzaretti ist besonders die historische Fußgängerzone betroffen. Dort hätten sich Hundeurin auf dem Kopfsteinpflaster und an speziellen Laternenpfählen zu einem zunehmenden Problem entwickelt. Vor allem bei hohen Temperaturen komme es immer wieder zu unangenehmen Gerüchen, außerdem müsse der Bereich regelmäßig zusätzlich gereinigt werden.
Chiasso zählt rund 7.500 Einwohnerinnen und Einwohner und liegt unweit der italienischen Grenze zwischen Lugano- und Comersee. In der Gemeinde sind laut Verwaltung etwa 500 Hunde registriert.
Balzaretti hält die neue Vorgabe für zumutbar. Gerade bei sommerlicher Hitze hätten viele Menschen beim Spaziergang ohnehin Wasser dabei, von dem sich auch etwas zum Nachspülen verwenden lasse.
Was die neue Regel vorsieht
In der Mitte Juni angepassten Verordnung steht, dass Halterinnen und Halter die flüssigen Ausscheidungen ihrer Hunde unverzüglich mit ausreichend Wasser verdünnen und die betroffene Stelle reinigen müssen. Deshalb sollen sie beim Ausführen ihrer Tiere auf öffentlichen oder öffentlich zugänglichen Flächen stets eine kleine Wasserflasche oder ein anderes geeignetes Gefäß dabeihaben.
Die Gemeinde plant außerdem Hinweisschilder, damit auch Besucherinnen und Besucher von außerhalb über die neue Bestimmung informiert werden. Für Katzen ist eine vergleichbare Vorschrift nach Angaben einer Sprecherin nicht vorgesehen.
Geteilte Reaktionen
Laut Balzaretti fiel die Resonanz vor Ort bislang eher positiv aus. Formelle Beschwerden habe es nach seinen Worten bisher nicht gegeben.
In Online-Kommentarspalten wurde die Entscheidung allerdings auch spöttisch aufgenommen. Dort machten sich einige Nutzer über die neue Vorschrift lustig und kritisierten sie als übertrieben.
Ähnliche Regelungen existieren bereits in anderen Ländern, darunter Spanien und Italien.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber