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Interpol: 95 Festnahmen im Schlag gegen Kindesmissbrauch

Hunderte Nutzer, geheime Chats, grausame Funde: Ermittler in Europa und Lateinamerika stoßen auf verstörende Fälle.

15.10.2026, 21:08 Uhr

Bei einer internationalen Aktion gegen die Verbreitung von Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs im Internet sind 95 Verdächtige festgenommen worden. Das teilte die Polizeiorganisation Interpol mit. Interpols Exekutivdirektor für Ermittlungsunterstützung, Stephen Fry, erklärte, hinter jeder Datei stehe ein missbrauchtes Kind, das durch jede weitere Verbreitung erneut zum Opfer werde.

Nach Angaben von Interpol fanden zwischen März und September vier Polizeieinsätze statt, an denen sich 17 Länder aus Europa und Lateinamerika beteiligten, darunter Brasilien, Kolumbien, Argentinien, Spanien und Italien. Insgesamt wurden 127 Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt. Deutsche Behörden waren daran nicht beteiligt.

Fünfjähriges Kind in Kolumbien geschützt

In Kolumbien brachte die Polizei ein fünfjähriges Kind in Sicherheit und nahm ein Elternteil fest. Dem Verdächtigen wird vorgeworfen, Missbrauchsdarstellungen des Kindes hergestellt und online verkauft zu haben. Mithilfe einer Interpol-Datenbank konnten Ermittler mehrere Dateien demselben Kind zuordnen. Einige Aufnahmen sollen entstanden sein, als das Kind erst ein Jahr alt war.

In Ecuador entdeckten Ermittler bei den Untersuchungen gegen einen Verdächtigen aus einer Chatgruppe mehr als 4.000 entsprechende Dateien mit einem Gesamtvolumen von rund 15 Gigabyte. In Panama wurde der Administrator einer Chatgruppe festgenommen, über die solches Material verbreitet worden sein soll. Laut Interpol hatte die Gruppe mehr als 700 Nutzer.

In Argentinien fasste die Polizei einen Verdächtigen, der mit mehr als 260 Mädchen aus verschiedenen Ländern in Kontakt gestanden haben soll. Ihm wird sexuelle Erpressung von Minderjährigen vorgeworfen. Nach den Ermittlungen soll er von den Betroffenen immer explizitere Bilder und Videos verlangt und ihnen bei einer Weigerung gedroht haben.

Interpol zufolge nutzen Täter digitale Plattformen zunehmend, um Kinder sexuell auszubeuten, Missbrauch zu organisieren und mit illegalen Inhalten Geld zu verdienen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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