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Waldbrand-Alarm: Großeinsätze in Munitionsgebieten

Explosionen im Feuergebiet, Evakuierungen und neue Brandherde: Warum die Lage in mehreren Regionen jetzt immer gefährlicher wird

28.06.2026, 11:50 Uhr

Waldbrände in mehreren Bundesländern: Traisen komplett geräumt, Feuer bei Neustrelitz unter Kontrolle

Die anhaltende Trockenheit und die hohe Hitze haben die Feuerwehr am Wochenende in mehreren Teilen Deutschlands stark gefordert. In Rheinland-Pfalz brach ein Feuer in einem Gelände aus, in dem sich noch Munition im Boden befindet. Dabei kam es wiederholt zu Explosionen. Nachdem zunächst nur einzelne Gebäude und später mehrere Straßen geräumt worden waren, musste der Ort Traisen schließlich vollständig evakuiert werden.

Ein weiterer größerer Einsatz lief in der Gohrischheide an der Grenze zwischen Sachsen und Brandenburg, wo Einsatzkräfte einen neuen Waldbrand bekämpften. Auch in anderen Regionen standen Wälder und Vegetationsflächen in Flammen. Deutschland wird seit Tagen von einer Hitzewelle erfasst.

Traisen zunächst teilweise, später vollständig geräumt

Im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz entstand der Brand nach Angaben des Kreises am Samstagnachmittag an einem Steilhang nahe Traisen. Zunächst wurden am späten Abend einzelne Gebäude in unmittelbarer Nähe geräumt. Später entschieden die Einsatzkräfte, mehrere Straßen im nördlichen Bereich des Ortes zu evakuieren.

Bis etwa 2 Uhr nachts mussten Menschen ihre Häuser und Wohnungen in einem Radius von einem Kilometer um den Brandherd verlassen. Für Betroffene wurde eine Notunterkunft eingerichtet. Älteren und kranken Menschen sowie Müttern mit Kindern unter drei Jahren wurde angeboten, sich zu melden, damit bei Bedarf Hotelzimmer vermittelt werden können.

Im Verlauf des Sonntags breitete sich das Feuer jedoch weiter aus. Daraufhin ordneten die Einsatzkräfte vorsorglich die vollständige Räumung von Traisen an. In dem betroffenen Gebiet kam es immer wieder zu Explosionen, weil das Areal früher als Entsorgungsfläche für Munition genutzt wurde.

Feuerwehr schützt wichtigen Funkturm

Die Feuerwehr konzentrierte sich darauf, eine weitere Ausbreitung der Flammen zu verhindern. Dabei rückte zunehmend auch ein naher Funkturm in den Fokus, der nach Angaben des Kreises für die Mobilfunkversorgung im Landkreis wichtig ist. Er soll mit Wasser geschützt werden, außerdem werden Bäume in der Umgebung gefällt, um die Anlage zu sichern.

Sorge vor auffrischendem Wind in der Gohrischheide

In der Gohrischheide blickten die Einsatzkräfte mit Sorge auf die Wetterentwicklung. Vor allem böiger Wind könnte durch Funkenflug neue Brandherde auslösen. Nach Angaben von Zeithains Bürgermeister Mirko Pollmer konnte das Feuer in der Nacht zunächst auf einen abgegrenzten Bereich begrenzt werden. Mit steigenden Temperaturen und zunehmendem Wind im Laufe des Tages rechnete man jedoch damit, dass die Lage erneut kritischer werden könnte.

Auch dieser Brand war am Samstag ausgebrochen. In der Gohrischheide hatte es erst im vergangenen Jahr den größten Waldbrand in Sachsen seit Jahrzehnten gegeben. Das Gebiet im Landkreis Meißen ist ebenfalls mit Munition belastet, was die Löscharbeiten erheblich erschwert. Ortschaften waren zunächst nicht unmittelbar bedroht.

Brand bei Neustrelitz seit Tagen im Einsatz

Schon seit Mittwoch kämpfen Einsatzkräfte außerdem gegen einen Großbrand bei Neustrelitz in Mecklenburg-Vorpommern. Am Sonntag wollte die Feuerwehr dort unter anderem einen Randbereich eines stark mit Munition belasteten ehemaligen sowjetischen Panzerschießplatzes kühlen.

Immerhin breiteten sich die Flammen zuletzt nicht weiter nach Norden aus. Dort verlaufen eine Stromtrasse und dahinter eine Bahnstrecke. Der Netzbetreiber Edis hatte die Leitung am Freitag vorsorglich abgeschaltet, Auswirkungen auf Verbraucher gab es jedoch nicht. Wegen alter Munition im Boden kann die Feuerwehr das Gelände auch hier nicht betreten. Zudem wurden bereits Explosionen registriert. Am Sonntagnachmittag hieß es schließlich, der Brand sei unter Kontrolle gebracht worden.

Weitere Waldbrände in Sachsen-Anhalt

Auch in Sachsen-Anhalt gab es Brände. In einem Ortsteil von Tangerhütte im Landkreis Stendal könnte ein Blitzschlag das Feuer ausgelöst haben. Dort verbrannten etwa 600 bis 700 Quadratmeter Kiefernwald. In Blankenburg im Landkreis Harz bekämpfte die Feuerwehr Flammen auf einer Fläche von rund 4,5 Hektar. Dabei kamen auch Löschflugzeuge zum Einsatz.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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