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Jetzt fliegt auch Zierli – Alosa findet heim

Zierli ist endlich in der Luft – doch Alosas riskante Höhenflüge bringen das Team an Grenzen. Wie brenzlig es wirklich wurde.

20.07.2026, 15:55 Uhr

Bartgeier Zierli hebt im Nationalpark Berchtesgaden erstmals ab

Im Nationalpark Berchtesgaden ist nun auch der junge Bartgeier Zierli zu seinem ersten Flug gestartet. Nach Angaben des bayerischen Naturschutzverbands LBV und der Nationalparkverwaltung verließ der Vogel im Alter von 118 Tagen in der vergangenen Woche zum ersten Mal die Auswilderungsnische und segelte in die Luft.

Ihre gleichaltrige Gefährtin Alosa beobachtete den Flug aus höheren Felsbereichen. Beide Jungvögel waren bereits am 24. Juni im Nationalpark ausgewildert worden. Seit 2021 werden dort jährlich zwei junge Bartgeier freigelassen, um die in den Ostalpen einst verschwundene Art wieder anzusiedeln.

Unterschiedliche Starts ins Flugleben

Zierli, die aus dem französischen Zoo Beauval stammt, hatte sich mit schrittweisen Flugübungen auf ihren ersten Ausflug vorbereitet. Anders verlief es bei Alosa, die im französischen Zuchtzentrum Asters geschlüpft ist.

Sie brach schon sehr früh und ohne Erfahrung zu ersten Flügen auf. Aufwinde trugen sie dabei immer weiter in die höheren Lagen der Reiteralm. Laut LBV-Bartgeier-Experte Toni Wegscheider war Alosas besonders früher Erstflug mit nur 97 Tagen zwar mutig, brachte ihr anschließend aber sichtbare Probleme. Das Abheben sei das eine, sagte er, das Zurechtfinden in steilen Hängen, Latschenfeldern und Geröll mit unbekannten Winden und Thermik jedoch eine ganz andere Herausforderung.

Versorgung in schwer zugänglichem Gelände

Das Projektteam musste Alosa zeitweise in schwierigem, teils weglosen Steilgelände mit Futter versorgen. Dabei achten die Verantwortlichen darauf, dass die Tiere nicht wahrnehmen, von wem das Futter kommt, damit sie keine Verbindung zwischen Nahrung und Menschen herstellen.

Nationalpark-Projektleiter Ulrich Brendel sprach von einer großen Erleichterung für das Team, als Alosa schließlich doch wieder zurück in Richtung Auswilderungsnische und zu den Futterstellen fand.

Zierli könnte von Alosa profitieren

Währenddessen schien Zierli die Zeit allein in der Nische gut genutzt zu haben. Annäherungsversuche von Alosa wies sie zunächst deutlich zurück. Dennoch könnte Zierli künftig gerade von ihrer inzwischen flugerfahrenen Artgenossin profitieren.

Nach Einschätzung von Wegscheider hat Alosa auf ihren inzwischen sicheren Flügen bereits mehrere wichtige Futterplätze entdeckt. Damit könne sie für Zierli eine Art Trainingspartnerin sein, denn junge Bartgeier orientierten sich erfahrungsgemäß häufig an den Flugrouten ihrer Gefährten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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