Prinzessin Astrid von Norwegen ist zwei Wochen nach dem Staatsbegräbnis ihres jüngeren Bruders, König Harald V., in Oslo beigesetzt worden. Die Schwester des verstorbenen Monarchen war Mitte des Monats im Alter von 94 Jahren gestorben.
Bei der Trauerfeier nahm ein Teil der norwegischen Königsfamilie Abschied: König Haakon VIII., Königin Mette-Marit, Königin Sonja und Kronprinzessin Ingrid Alexandra waren anwesend. Auch Prinzessin Märtha Louise, ihr Ehemann Durek Verrett und ihre drei Töchter kamen zur Beisetzung.
Nicht dabei waren hingegen Prinz Sverre Magnus und Marius Borg Høiby, der älteste Sohn von Mette-Marit. Sverre Magnus studiert derzeit in Lissabon. Høiby befindet sich nach einem Urteil in Untersuchungshaft, die er mit elektronischer Fußfessel zu Hause verbüßen darf, und erhält nur in Ausnahmefällen Ausgang. Beim Staatsbegräbnis seines Zieh-Opas Harald war ihm das noch erlaubt worden.
Stattdessen reisten mehrere Vertreter anderer europäischer Königshäuser an. In Astrids lokaler Pfarrkirche in Oslo nahmen unter anderem Schwedens Kronprinzessin Victoria, die belgische Prinzessin Astrid – Schwester des belgischen Königs – mit ihrem Mann Prinz Lorenz sowie das Zwillingspaar Prinzessin Margaretha von Liechtenstein und Jean von Luxemburg an der Zeremonie teil.
Papageien im Sommerhaus und Rührei in der Schlossküche
Während des Gottesdienstes wurde Astrid als Frau mit scharfem Intellekt und einer Loyalität „bis in die Fingerspitzen“ gewürdigt. Auch ihre große Zuneigung zu Tieren wurde hervorgehoben, besonders ihre Liebe zu Hunden. Gemeindepfarrer Paul Erik Wirgenes erzählte, dass bei Aufenthalten im Sommerhaus nicht nur Hunde dabei gewesen seien, sondern auch Papageien, Goldfische, Kaninchen und Wellensittiche.
Für ein Schmunzeln sorgte zudem eine weitere Erinnerung: Astrid soll mit dem im Schloss servierten Rührei einmal unzufrieden gewesen sein und daraufhin selbst in die Küche gegangen sein, um dem Koch zu zeigen, wie ein ordentliches Rührei zubereitet wird.
Stoltenberg würdigt ihre enge Verbindung zu Harald
Der frühere norwegische Ministerpräsident und Ex-Nato-Chef Jens Stoltenberg beschrieb die Prinzessin als Frau mit „starker Persönlichkeit, klaren Meinungen, scharfen Repliken und jeder Menge Humor und Warmherzigkeit“. Besonders bewegend sprach er über ihre Bindung zu ihrem Bruder Harald: „Kleiner Bruder ist man sein Leben lang. Sie war da, als er geboren wurde. Sie war da, als er starb. Astrid hat auf Harald aufgepasst.“
Noch am 9. September hatte Prinzessin Astrid an der Beisetzung ihres Bruders teilgenommen. Zwei Tage später starb sie. Ihre Gesundheit war seit längerer Zeit angeschlagen; im Mai war ihr vorübergehend ein Herzschrittmacher eingesetzt worden. Dennoch erfüllte sie bis zuletzt royale Verpflichtungen.
Sowohl an ihrem Todestag als auch am Mittwoch zur Beisetzung wurde die Flagge auf dem Balkon des Königsschlosses in Oslo auf halbmast gesetzt. Nach der Trauerfeier trug König Haakon gemeinsam mit weiteren Angehörigen den Sarg seiner Tante aus der Kirche.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber