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Todesbrücke? Kritik nach Tod von Österreichern auf Flores

Nach dem tödlichen Brückensturz auf Flores enthüllen Ermittler schockierende Mängel. Droht Indonesiens Tourismus ein Imageschaden?

26.05.2026, 06:40 Uhr

Als Reaktion auf den tödlichen Unfall zweier Urlauber aus Österreich auf der indonesischen Insel Flores haben die Behörden Untersuchungen zum Zustand einer Hängebrücke am Wasserfall Cunca Wulang eingeleitet. Nach Angaben der Polizei, über die indonesische Medien berichteten, waren tragende Holzbalken der Konstruktion stark verrottet. Zudem sollen die Sicherheitsnetze zu rund 90 Prozent zerstört gewesen sein.

Hinzu komme, dass es weder regelmäßige Kontrollen noch Warnschilder für Besucher gegeben habe. Aus der indonesischen Tourismusbranche kam deutliche Kritik. Dort wächst die Sorge, dass der Vorfall dem Image der Region als sicheres Reiseziel schaden könnte.

Absturz aus rund 20 Metern Höhe

Das österreichische Paar im Alter von 55 und 57 Jahren war am Sonntag etwa 20 Meter tief auf Felsen gestürzt, nachdem mehrere Holzplanken der Brücke unter ihrem Gewicht nachgegeben hatten. Ein Tourguide berichtete, die beiden hätten kurz vor dem Unglück noch Videoaufnahmen auf der Brücke machen wollen. Wenige Augenblicke später sei die Hängebrücke mit einem lauten Krachen eingebrochen. Beide kamen noch am Unfallort ums Leben.

Der Wasserfall nahe der Touristenstadt Labuan Bajo bleibt bis auf Weiteres geschlossen. Sebastian Pandang, Vorsitzender eines regionalen Verbands indonesischer Reisebüros, forderte laut dem Portal Hey Bali News eine sofortige Instandsetzung der Anlage durch die Regionalregierung. Die Brücke sei bereits seit längerer Zeit in einem katastrophalen Zustand gewesen. Man hoffe, dass sich ein solcher Vorfall nicht wiederhole.

Polizei mahnt zur Zurückhaltung in sozialen Medien

Die Polizei warnte außerdem davor, unangebrachte Fotos oder Videos der Opfer in sozialen Netzwerken zu verbreiten. Wer Aufnahmen teile, die gegen Persönlichkeitsrechte oder moralische Standards verstießen, müsse nach indonesischem Recht mit strafrechtlichen Folgen rechnen, erklärte der örtliche Polizeichef Christian Kadang.

Cunca Wulang zählt zu den beliebten Ausflugszielen im Hinterland von Labuan Bajo, das als Ausgangspunkt für Reisen in den Komodo-Nationalpark bekannt ist. Dort leben die berühmten Komodowarane. Der Wasserfall stürzt inmitten des Dschungels in eine enge Schlucht, die häufig mit einer kleinen Version des Grand Canyon verglichen wird. Besucher springen dort von Felsen ins Wasser und baden in den türkisfarbenen Becken.

Unglücke an Sehenswürdigkeiten kommen immer wieder vor

Flores gehört zu den Kleinen Sundainseln und liegt rund 500 Kilometer östlich von Bali. Die Insel zieht mit ihren Tauchgebieten, ihrer landschaftlichen Vielfalt und mehreren aktiven Vulkanen Reisende aus aller Welt an.

In Indonesien kommt es jedoch immer wieder zu Unfällen an touristischen Orten. Gerade in abgelegenen Regionen wird Infrastruktur oft aus einfachen lokalen Materialien errichtet und nur unregelmäßig oder gar nicht gewartet. Lokale Medien betonten, dass sich Indonesien als international gefragtes Reiseziel einen solchen Zustand eigentlich nicht leisten könne.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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