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Teileinsturz droht: New Yorker Hochhaus geräumt

Alarm in Manhattan: Ein Hochhaus wird abrupt geräumt – eingeknickte Pfeiler und absackende Decken lassen Schlimmes ahnen.

08.07.2026, 02:21 Uhr

In Manhattan ist die Sorge vor einem möglichen Teileinsturz eines Hochhauses nach ersten Sicherungsmaßnahmen etwas kleiner geworden. Die Stadtverwaltung erklärte das beschädigte Gebäude im dicht bebauten Stadtteil Midtown zunächst wieder für stabil. „Ich kann sagen, dass das Gebäude jetzt stabil ist“, sagte der zuständige Baubevollmächtigte Ahmed Tigani. Man setze auf den eingerichteten Notfallplan.

Ganz entspannt ist die Lage aber noch nicht. Die Stabilisierungsarbeiten dauern an, und nach Angaben der Stadt dürfte die Situation noch mindestens einige Tage angespannt bleiben. Ob die Gefahr eines Teileinsturzes vollständig beseitigt ist, wollte Tigani nicht zusichern. Immerhin konnten die Absperrungen rund um das Gebäude deutlich verkleinert werden.

Stützen eingeknickt, Risse, absackende Decken

Zuvor hatte Bürgermeister Zohran Mamdani mitgeteilt, dass zwei tragende Stützen eingeknickt seien. Außerdem seien mehrere Risse und absackende Decken entdeckt worden. Messungen hatten zunächst gezeigt, dass sich das Gebäude bewegt hatte. Später registrierte die Stadt diese Bewegung nach eigenen Angaben nicht mehr – erst dadurch konnten provisorische Stützen zur Sicherung eingebaut werden.

Der 37-stöckige Gebäudekomplex an der 42. Straße in Midtown war daraufhin weiträumig abgesperrt worden. Die Feuerwehr untersuchte das Haus mit Drohnen und überwacht es mit Messgeräten, die selbst geringe Verschiebungen im Zentimeterbereich erfassen können. Weil es sich um einen Stahlrahmenbau handelt, halten die Einsatzkräfte eher einen lokalen als einen vollständigen Einsturz für wahrscheinlich. Dennoch bleibe genau dieses Szenario die zentrale Sorge. Die Feuerwehr sprach von einer sehr ernsten Lage.

Verbogene Stützstreben im 21. Stockwerk

Besonders betroffen ist offenbar das 21. Stockwerk. Auf Bildern aus dem Inneren des Hochhauses sind ein eingeknickter Stützpfeiler und verbogene Metallstreben zu sehen. Nach Angaben der New York Times wurden die Aufnahmen von Arbeitern gemacht, bevor das Gebäude geräumt wurde.

Nach einer späteren Begehung mit Bauexperten bewertete die Stadtverwaltung die Situation am Abend als „gleichbleibend, stabil und sicher“. Zur Ursache des Vorfalls äußerte sie sich mit Verweis auf laufende Untersuchungen zunächst nicht.

Rekordprojekt mit Statikproblemen

Bei dem Gebäude handelt es sich um das frühere Hauptquartier des Pharmakonzerns Pfizer. Der Komplex wird derzeit umgebaut; aus ehemaligen Büroflächen sollen mehr als 1.600 Wohnungen entstehen. Nach Angaben der Architekten ist es das größte Umwandlungsprojekt dieser Art in der Geschichte New Yorks. Fertig werden soll es bislang im Jahr 2027.

Der Projektentwickler weist jede Verantwortung zurück. Gegenüber der New York Times sprach er von einem „typischen Konstruktionsfehler“ des in den 1960er Jahren errichteten Gebäudes. Demnach seien die eingeknickten Stahlträger vermutlich gar nicht oder nicht ausreichend verstärkt worden. Von akuter Einsturzgefahr könne aus seiner Sicht keine Rede sein; die Zwischendecken seien wohl nur um rund zehn Zentimeter abgesackt. Das von der Stadt genehmigte Projekt sei grundsätzlich „perfekt“, die Fertigstellung werde sich lediglich um einige Wochen verzögern.

Hotels und Schule evakuiert

Die Feuerwehr war nach Angaben ihrer Leiterin Lillian Bonsignore kurz vor 8 Uhr morgens Ortszeit wegen herabfallender Ziegelsteine alarmiert worden. Daraufhin wurde die Umgebung zur Sperrzone erklärt und mehrere Gebäude evakuiert. Medienberichten zufolge mussten auch zwei Hotels sowie eine Schule mit Hunderten Schülerinnen und Schülern geräumt werden. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, das Gebiet zwischen dem Chrysler Building und dem Hauptquartier der Vereinten Nationen möglichst zu meiden.

Die betroffene Gegend zählt zu den belebtesten Teilen der Millionenstadt. Dort leben und arbeiten Tausende Menschen, hinzu kommen zahlreiche Touristen sowie viele Pendler, die den nahen Bahnhof Grand Central als wichtigen Verkehrsknotenpunkt nutzen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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