Bahn und Ministerium prüfen Sanierungskonzept für zentrale Strecken
Die Deutsche Bahn will ihr umfassendes Programm zur Modernisierung wichtiger Bahnverbindungen erneut überprüfen. Auslöser sind die Verzögerungen bei der Baustelle zwischen Nürnberg und Regensburg. Damit gerät bereits die zweite sogenannte Generalsanierung nicht wie geplant zum vorgesehenen Termin ins Ziel.
Bahnchefin Evelyn Palla sagte bei einem gemeinsamen Termin mit Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU), dass deshalb das gesamte Vorgehen bei den Korridorsanierungen noch einmal grundlegend auf den Prüfstand gestellt werde. Dabei gehe es um die Frage, wie Planung, Umsetzung und Inbetriebnahme der modernisierten Strecken künftig organisiert werden.
Schnieder betonte, nach jeder Korridorsanierung würden vor allem Kosten und Zeitabläufe ausgewertet und kritisch überprüft. Dafür gebe es nun besonderen Anlass. Das Grundkonzept der Generalsanierungen stelle er jedoch nicht infrage. Aus seiner Sicht gehe es vielmehr darum, das Modell so weiterzuentwickeln, dass die Belastungen für alle Beteiligten tragbar bleiben.
Die Bahn plant, bis Mitte der 2030er Jahre rund 40 besonders wichtige Strecken grundlegend zu erneuern. Kern des Programms sind längere Vollsperrungen, damit die Arbeiten nicht parallel zum laufenden Zugverkehr ausgeführt werden müssen. In der praktischen Umsetzung weicht der Konzern allerdings bereits vom ursprünglich vorgestellten Konzept ab und entwickelt je nach Strecke unterschiedliche Bauabläufe, insbesondere bei der Dauer der Sperrungen.
Erst am Dienstag war bekannt geworden, dass die Strecke Nürnberg–Regensburg nicht wie vorgesehen am Freitag wieder in Betrieb gehen kann. Nach Angaben der Bahn ist nun der 31. Juli als neuer Termin vorgesehen. Als Grund nannte das Unternehmen Verzögerungen bei den Sicherheitsprüfungen der Stellwerkstechnik. Bereits im Frühjahr war auch die Sanierung der Verbindung Hamburg–Berlin nicht planmäßig abgeschlossen worden.
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Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber